Das wissenschaftliche Schreiben
Wer sich für ein wissenschaftliches Studium entscheidet, wird keine Möglichkeiten haben, einen Abschluss in seinem Studienfach zu absolvieren, sofern er nicht, je nach Studienfach eine oder mehrere wissenschaftliche Arbeiten verfasst. Wir hatte schon in dem Menüpunkt Hausarbeiten angeführt, dass es unablässig ist, sich im Vorfeld umfangreiche Gedanken über das Thema, dem Unfange der Arbeit und den verbundenen Zeitaufwand zu machen. Die Zeit für den Rechercheaufwand sollte man nicht vernachlässigen und unterschätzen.
Das Thema Einige Dozenten geben keine Themen vor, sondern überlassen es dem Studenten, sich Gedanken über die Themenauswahl zu machen. Hierbei muss man Vieles beachten. Grundlegende Überlegungen sind, ob es genug Stoff zu dem Thema gibt, um eine entsprechenden umfangreiche Arbeit zu erarbeiten, kann man in der vorgegeben Zeit das Thema hinreichend abarbeiten, in welcher Sprache ist die Literatur verfasst. Bevor man sich für ein Thema entscheidet und es beim Dozenten anmeldet, sollte man all diese Punkte durchgehen. Ist die Literatur ein erstes Mal gesichtet, kann man beginnen, eine konkrete Fragestellung zu verfassen und das gewählte Thema eingrenzen. Empfehlenswert zu diesem Zeitpunkt ist es, sich bereits Gedanken über den logischen Aufbau und die Struktur der Arbeit zu machen. Die Recherche Informationsquellen findet man primär in Bibliotheken. Universitäre, wie auch Stadtbibliotheken haben häufig einen großen Bestand und bieten oft eine breite Auswahl als Literatur. Auch wenn die meisten Bibliotheken heute mit EDV ausgestattet sind und man somit die Bücher über Stichwortsuchen findet, ist es vorteilhaft einen Einführungskurs zu besuchen, um nicht wertvolle Zeit bei der Recherche und bei der Suche zu verlieren. Eine weitere, wertvolle Möglichkeit der Informationsbeschaffung ist das Internet. Hier muss man aber genauestens beachten, aus wessen Feder die Quelle stammt, damit die Seriosität der Informationen gegeben ist. Darüber hinaus sollte die Site gespeichert werden (Favoriten Liste), da viele Informationen nur für begrenzte Zeiten zugänglich sind. Aktuelle Informationen bekommt man in der Regel am einfachsten in Fachzeitschriften finden. Dazu bieten viele Verlage auf ihrer Homepage diese Möglichkeit der Recherche an. Fachspezifische Datenbanken sind eine weitere Möglichkeit, an aktuelle Informationen zu gelangen. Für Mediziner und Biologen existiert z. B. Pubmed (www.pubmed.gov), eine Datenbank mit Artikeln aus den verschiedensten Zeitschriften, die nach Autorennamen, Schlagworten, etc. gesucht werden können. Die gesammte Recherche sollte man sich auch Karteikarten, Exceltabellen usw. abspeichern. Wichtig dabei ist die Angabe der Quelle, Autor und Datum, so wie Fundort des Artikels. Die Form Die Einhaltung der Form ist in vielen Arbeiten entscheidend und prägend für die Endnote. Es unzählige Studenten, die eine fundierte Arbeit abgeliefert haben und letztendlich wegen zu viele Formfehler durch die Prüfung gefallen sind. Eine Mehrzahl von Dozenten bevorzugt eine Einleitung/Schluss dessen Umfang 1/3 der gesamten Arbeit nicht übersteigt. Es allerdings auch Dozenten, denen eine Einleitung/Schlussbetrachtung von maximal zehn Seiten ausreichend ist. Dieses sollte in einem persönlichen Gespräch mit dem Dozenten abgesprochen werden. Fachbegriffe gehören in jede wissenschaftliche Arbeit. Einige können als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, andere müssen definiert werden. Der Leser muss nicht nur als fachkundiger, den Text verstehen, sondern dem Thema auch folgen können. Gleiche Vorgehensweise gilt für Abkürzungen, ggf. sollten diese in einem Abkürzungsverzeichnis aufgenommen werden. Kurze und prägnante Sätze erleichtern das Lesen. Schriftgrad wird in der Regel mit 12pt vorgegeben und der Zeilenumbruch mit 1,5 Zeilen. - Deckblatt - Inhaltsverzeichnis - Abkürzungsverzeichnis - Glossar - Einleitung - Hauptteil - Zusammenfassung - Anhang - Danksagung - Erklärung Deckblatt: Name der Hochschule, das Institut, der Fachbereich, der Autor und der betreuende Dozent. Inhaltsverzeichnis sollte dezimal gegliederte Überschriften aufweisen. Jeder Hauptüberschrift wird eine Zahl zugeordnet. Untergeordnete Überschriften werden dann mittels eines Punktes nach der Zahl nummeriert Abkürzungsverzeichnis oder ein Glossar für Abkürzungen und Fachbegriffe Einleitung wird die Fragestellung, das Ziel der Arbeit, die Grundlagen etc. erläutert. Der Hauptteil gibt Auskunft über Abschnitte der Arbeit. Danksagung wird dem Professor für die Bereitstellung des Themas (falls das Thema vorgegeben ist), dem Zweitkorrekturleser, dem Betreuer gedankt, vielleicht noch den Eltern. Die Erklärung bestätigt, dass man die Arbeit ohne fremde Hilfe und nur mit den angegebenen Quellen erstellt hat. Sie muss mit Ort und Datum versehen und handschriftlich unterschrieben sein. Ohne Unterschrift ist man in der Regel durchgefallen!!! Das Zitieren: Zur Zitier weise gibt es viele verschiedene Vorgaben. Sofern keine Vorgabe vom Dozenten existiert, kann man sich für eine der gängigen Zitierweisen entscheiden. Diese muss man die ganze Arbeit hindurch einhalten. Es existierten zudem verschiedene Vorgaben für das Zitieren aus Büchern, Zeitschriften und elektronischen Publikationen. Die Abgabe: Beachtet, dass auch noch genug Zeit vorhanden ist, um am Ende noch einmal eine Endkorrektur vornehmen zu können. Auch der Druck braucht 1 bis 2 Tage Zeit. Bei der Endkorrektur solltet ihr noch einmal folgende Punkte prüfen: - Das Deckblatt ohne Schreibfehler? - Alle Kapitel der Arbeit vollständig und in der aktuellsten Version vorhanden? - Alle Teile der Arbeit in der richtigen Reihenfolge? - Alle Literaturliste vollständig? - Stimmt die Kapitelnummerierungen? - Alle Tabellen und Abbildungen korrekt nummeriert? Nachdem das Werk dann gedruckt ist zu überprüfen: Ist beim Drucken alles glatt gelaufen (Arbeit noch einmal seitenweise durchblättern!)?und ist die Erklärung unterschrieben? Dann kann man endlich die Arbeit abgeben und abwarten bis die Note kommt.