Studiengebühren Uni Köln

In vielen Universitäten geht ein Geruch von „alt“ und „verstaubt“ um

In vielen Universitäten geht ein Geruch von „alt“ und „verstaubt“ um, uralte Einrichtungen und verstaubte Holzschränke prägen das Bild. So auch in der Uni Köln. Doch gerade als man sich an die Vergangenheit gewöhnt, strahlt einem die digitale Neuzeit entgegen. Neue Multimedia-PCs mit Flachbildschirmen mit modernster Software.

Woher bloß plötzlich das Geld? Die Studierenden selbst finanzieren diese Modernisierung. Von allen Studenten werden, seit dem vergangenen Sommersemester, Studiengebühren erhoben und seitdem sind rund 25 Millionen Euro in die Kasse der Universität geflossen. Die Freude der Verantwortlichen ist hierbei groß, denn nun können Mängel und Schwachpunkte gezielt beseitigt werden. Neben den neuen Computern, wurde auch extra Personal bereitgestellt, um die Öffnungszeiten der Uni zu verlängern. Knapp 8000 Lehrbücher erweitern zusätzlich die Sammlung der Uni.

Ebenso wird in anderen Bereichen der Universität, sprich den Fakultäten, eine Aufrüstung betrieben. Im Seminar der Rechtswissenschaften wurde der Bücherbestand erweitert und die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät richtete 18 weitere Tutorien ein. Die Fakultät der Medizin schaffte sich neue Geräte für ihr „Skillslab“ an, gemeint ist das Übungslabor für angehende Ärzte. Trainingspuppen, mit deren Hilfe sich das Überprüfen von Herz- und Lungenfunktionen simulieren lässt, wurden im Wert von rund 40 000 Euro angeschafft.

Solche Anschaffungen machen eine Hochschule nicht zur Elite-Uni, doch es fällt leichter sich mit den Studiengebühren anzufreunden. Denn nun können Studenten selbst sehen, wohin ihr Geld hin geflossen ist. Allmählich wird die Akzeptanz des kostenpflichtigen Studiums steigen, denn erste Verbesserungen sind schon ersichtlich. Jedoch ersetzen große Büchersammlungen und teure Geräte nicht eine gute Lehre. Es mangelt noch immer an Räumen und Lehrpersonal.

Scharfe Kritik hingegen macht deutlich, dass Studiengebühren falsch sind, ob sie nun Verbesserung bringen oder nicht spielt dabei keine Rolle. Diese Gebühren seien sozial ungerecht und schrecken finanziell schwache Abiturienten vom Studieren ab.

So schließen sich Studiengebühren-Gegner von den Beschlussgremien aus, die über die Neuanschaffungen der Unis entscheiden. Sie wollen vielmehr gegen die Rechtmäßigkeit der Gebühren vor dem Oberverwaltungsgericht klagen.

Die Universitätsangestellten sind mit den Gebühren nicht immer zufrieden, sie würden sich mehr „Spielraum“ bei der Verwendung der Mittel wünschen. Denn laut Definition müssen die Investitionen ausschließlich der „Verbesserung der Lehre“ dienen. Weil nun Professoren sich neben der Lehre auch der Forschung widmen, dürfen Professoren nicht eingestellt werden. Um dieses Hindernis zu überwinden, werden inzwischen Juniorprofessoren angeheuert, die nur für die Lehre zuständig sind (geschehen an der Wiso-Fakultät und im Philosophikum).

Überfällige Renovierungsarbeiten sind schon verrichtet worden. Defizite und Mängel sind zwar noch vorhanden, doch erste Pläne für deren Beseitigung stehen schon.

Bookmark diesen Beitrag Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Facebook
  • Linkarena
  • MyShare