Studiengebühren in Münster bleiben bestehen
Mit 275 Euro hat sich der Senat der Universität für eine Fortführung der Studiengebühren entschieden - allerdings mit einer stark veränderten Satzung. Durch die Entfristung der Satzung verspricht man sich mehr Planungssicherheit. Bislang waren Studiengebühren an der Universität Münster lediglich auf zwei Jahre angelegt, im September 2009 wäre die Satzung ausgelaufen.
Die Fachbereiche beklagten sich, ihre Personalstellen nur sehr schwer schaffen und besetzen zu können, solange die Finanzierung nicht auf Dauer gesichert sei. Die Entfristung eröffnet Perspektiven. Die Studenten im Senat wollten eine Befristung auf drei Jahre, sie befürchteten, Gebühren würden zum Selbstläufer - was Georg Peters, Sprecher der Professoren, entkräftete: "Nicht der Denkprozess wird befristet." Des Weiteren könne man jederzeit einen Antrag zur Änderung der Satzung einbringen, sagte Peters. Um außerdem die Ausstattung und Gebäude nachhaltiger verbessern zu können, sind jetzt außerdem Rücklagen möglich.
Erweitert wurden die Ausnahmeregelungen zur Befreiung von Studiengebühren. So zahlen Studierende, die mindestens zwei älterere Geschwister haben, die an einer Hochschule studieren, künftig keine Beiträge mehr. Zudem sind die fünf Vorstandsmitglieder der Ausländischen Studierendenvertretung (ASV) von Gebühren befreit. Damit werden sie mit Mitgliedern des AStA gleichgestellt. Außerdem fallen Studierende, die einen Angehörigen pflegen, unter die so genannte Härtefallregelung.
Eine große Änderung sieht die Satzung in Bezug auf die Verteilung der Studiengebühren vor: Künftig entfallen auf die Lehreinheiten 75 Prozent der Gelder nach dem Schlüsselverfahren, 25 Prozent werden in einem Wettbewerbsverfahren verteilt. Bisher ist es so, dass nur 40 Prozent nach einem Schlüssel verteilt werden, über die 60 Prozent entscheidet das Rektorat auf Vorschlag der Zentralen Verteilungskommission.
Erhebliche Entbürokratisierung des Verfahrens und die gerechtere Aufteilung der Gelder stehe dahinter, so die Begründung. Studenten aber vermissten Transparenz: "Die Kommission steht für eine breite Mitwirkung", so André Schnepper. Die Notwendigkeit stellen aber auch die Professoren nicht in Frage: Dass es die Kommission weiter geben muss, "ist unumstritten", sagte Peters.










