Studiengebühr für die Bibliothek
In Sachsen wird heftigst über den von der Wissenschaftsministerin Stange (SPD) vorgelegten Entwurf des neuen Hochschulgesetzes. So kritisierten vor allem Studierende, dass damit neue Gebühren eingeführt werden, etwa für die Bibliotheksnutzung.
Die CDU-Fraktion möchte demgegenüber jetzt mindestens Langzeitstudiengebühren einführen und diese per Gesetz festlegen. Die Christdemokraten fordern die Bundesländer auf, ebenfalls Studiengebühren zu erheben. Denn die sächsischen Hochschulen würden somit im Wettbewerb benachteiligt sein.
Die CDU zeigt durch derartige Aussagen deutlich, dass die Meinungen der Studierenden für sie keine besondere Rolle spielen und schenken dem kaum Beachtung. Zudem erkennen die Christdemokraten nicht an, welche Vorteile sich für sie durch die Gebührenfreiheit auftun würden.
Das Wissenschaftsministerium hatte Anfang des Jahres eine Erstsemester-Befragung durchgeführt, dabei wurde festgestellt, dass ein Studium in Sachsen nur aufgenommen wird wegen der Gebührenfreiheit vor Ort. Daher hatten die ostdeutschen gebührenfreien Bundesländer in ihren Hochschulen einen starken Zuwachs an Studienanfängern gemessen. Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung konnte hierbei die Abwanderung junger Menschen mit Studienberechtigung in den Westen Deutschlands vermieden bzw. erfolgreich gestoppt werden.
Andre Schnepper, Bundesgeschäftsführer des Aktionsbundes gegen Studiengebühren (ABS) macht hierbei deutlich, dass Langzeitgebühren stets ein erster Schritt waren und ein “Einfallstor” für allgemeine Studiengebühren seien. Sollten in Sachsen Langzeitstudiengebühren eingeführt werden, würden sich viele Studieninteressierte gegen ein Studium an sächsischen Hochschulen entscheiden. Studiengebühren sind nicht sozial, denn der Student muss sich das Studium und den Lebensunterhalt durch Jobs finanzieren. Besonders kritisch wird es, wenn die Betroffenen sich neben dem Studium um Angehörige kümmern, die auf deren Pflege angewiesen sind.
Warum sich das Studium über die Regelstudienzeit hinweg verlängert, lässt sich durch manches erklären, doch meist können viele Studiengänge nicht in der Regelstudienzeit abgeschlossen werden, wenn man es realistisch betrachtet.








