Stanford zum Nulltarif!

Mit 1000 Euro Studiengebühren im Jahr

Mit 1000 Euro Studiengebühren im Jahr geht es deutschen Studenten noch gut, denn die amerikanische Top-Universität Stanford verlangt 50 000 Dollar pro Jahr. Doch nun will sie viele Studenten von dieser Gebühr befreien.

Die Universität Stanford verkündete auf ihrer Internetseite, dass sie ab dem Herbst allen Studenten, deren Eltern weniger als 100 000 Dollar bzw. 68 000 Euro verdienen, von der Gebührenpflicht zu befreien. Diese soziale Aktion würde etwa einem Drittel aller Studenten zu Gute kommen.

Künftig müssen die restlichen Studenten 36 000 Dollar Studiengebühren pro Jahr zahlen. Für Unterkunft und Verpflegung kommen rund 11 000 Dollar hinzu. Doch Studenten, deren Eltern im Jahr weniger als 60 000 Dollar verdienen, sind auch von diesen Kosten befreit. Mit dieser Umstellung ist das Studieren an der Universität Stanford preiswerter als an den meisten Privatunis und auch als viele staatliche Hochschulen.

Dennoch sollen ärmere Studenten der Uni einen finanziellen Beitrag leisten. Rund 4500 Euro werden durch Studentenjobs eingenommen und Stanford profitiert davon. Aus einer Mitteilung der Universität geht hervor, dass Eltern und Studenten nur so viel zahlen sollen, wie es ihre finanzielle Lage erlaubt. Denn wegen zu wenig Geld, soll niemand auf seine Bewerbung für Stanford verzichten. Den Rabatt, den die Uni erlässt wird sie allein für 2008/09 über 114 Millionen Dollar kosten.

Mittlerweile haben auch andere amerikanische Top-Unis Erleichterungen für ihre Studenten vorgesehen. Harvard, zum Beispiel hat die Studiengebühren bei ärmeren Studenten auf zehn Prozent des Familieneinkommens gesenkt. Yale sieht vor, das Budget für finanzielle Hilfen anzuheben und aufzufüllen. Auch Darlehensangebote werden von den Hochschulen angeboten, teils mit günstigen Zinsen.

Studiengebühren sind in fast allen Industrienationen zu leisten, sie sorgt nämlich vor allem zur Verbesserung des Hochschulsystems bei. Hier nun eine Länderübersicht und die Erfolge, die wegen den Gebühren gefeiert werden:

In den USA werden Studiengebühren sowohl an privaten als auch an staatlichen Hochschulen gezahlt. Gezahlt wird dabei je nach Hochschule zwischen 250 bis 25 000 Euro pro Jahr. Fördermöglichkeiten für Studenten bieten sich viele, von staatlichen Zuschüssen für bedürftige Studenten bis hin zu Darlehen. Aus diesem Grund ist der Anteil von sozial schwachen und wohlhabenden Studenten unter den Studienanfängern, gleich. Die Studiengebühren zwingen die Hochschulen und Colleges zu einem besonderen Wettbewerb und Konkurrenzkampf, wodurch unterschiedliche Studienbedingungen an den Einrichtungen entstehen. Die USA sind Forschungsnation Nummer eins.

In Großbritannien werden rund 1600 Euro bis zum Bachelor-Abschluss verlangt, danach sind es 4300 pro Jahr. Dennoch ist die finanzielle Lage vieler Universitäten dort angespannt. Das liegt daran, dass sozial schwache Studenten komplett von der Gebührenpflicht befreit sind und das sind immerhin 40 Prozent der Studenten, weitere zwanzig zahlen nur einen reduzierten Betrag. Ein zinsloses Darlehen können Studenten vom Staat erhalten, den sie nach ihrem Studium, je nach Höhe des Einkommens, zurückzahlen. Der Studentenanteil aus „niedrigeren” Schichten steigt obwohl Studiengebühren gezahlt werden müssen.

In Australien zahlen die Studenten je nach Fachbereich, zwischen 2000 und 4000 Euro im Jahr. Meist werden die Gebühren durch zinslose Darlehen vom Staat finanziert, die nach dem Abschluss einkommensabhängig zurückgezahlt werden. Zusätzlich erhalten Studenten finanzielle Unterstützung für den Lebensunterhalt und Förderprogramme. Die Zahl der sozial schwächeren Studenten, wie in den USA bei rund 20 Prozent. Der Staat hat sich wegen der Studiengebühren immer weiter von der Bildungsfinanzierung entfernt.

Die Konkurrenz der Hochschulen in den Niederlanden ist hoch. Besonders was die Zahl der Studienanfänger angeht, denn die zu zahlenden Studiengebühren von 1400 Euro erhalten die Einrichtungen direkt. Zudem sind die staatlichen Zuschüsse sehr attraktiv, da ihre Höhe sich an der Zahl der Erstsemester und deren Abschlüsse misst. Mehr Studenten bedeutet also mehr Geld, darum sind die Hochschulen bemüht die Zahl der Studienabbrüche gering zu halten. Um sich das Studium finanzieren zu können, werden Studenten einkommensunabhängige Zuschüsse geboten, die nicht zurückgezahlt werden müssen, wenn das Studium in der Regelstudienzeit beendet wird. Zusätzlich können angehende Akademiker aus sozial schwachen Verhältnissen, Geld und Darlehen beantragen.

Seit 2003 zahlen Studenten in Österreich 363 Euro pro Semester. Die Studiengebühren gingen dabei nicht vollständig an die Hochschulen, ein Teil floss in den Staatshaushalt. Dann als die Gebühren vollständig an die Hochschulen gezahlt wurden, konnten damit lediglich Kürzungen ausgeglichen werden. Das lag an den gestiegenen Kosten für Betrieb, Lehre und autonome Verwaltung. Das Wiener Bildungsministerium machte bekannt, dass die durchschnittliche Studiendauer, die Zahl der Studienabbrüche und der Langzeitstudenten wegen der Gebühren gesunken sei. Doch gleichzeitig waren viel mehr Studenten gezwungen neben dem Studium zu arbeiten, nach dem Studium werden diese Bemühungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt entsprechend honoriert.

Auch in den anderen Staaten Europas werden Studiengebühren gezahlt. Diese betragen in Irland, Frankreich, Portugal, Spanien und Belgien nicht mehr als 750 Euro im Jahr und oft ist es nur eine Verwaltungsabgabe. In der Schweiz und in Italien werden Studiengebühren in der Höhe von 750 Euro und mehr im Jahr gezahlt. Der zu zahlende Betrag wird meist vom Einkommen der Eltern abhängig gemacht. Vom Staat werden diese durch Kindergeldleistungen oder durch vergünstigte Steuern unterstützt. In Dänemark, Schweden, Finnland und Griechenland hingegen werden keine Studiengebühren erhoben. Hochschulen werden hier direkt vom Staat finanziert.

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