Sachsen: Wissenschaftsministerin sagt Nein zum “nationalen Stipendien-System”

Dem neuen “nationalem Stipendien-System” erteilt die Wissenschaftsministerin, Dr. Eva-Maria Stange, eine Absage.

Dr. Eva-Maria Stange, Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, machte bei der Beratung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder deutlich, dass sie nicht den “Schirm für den Studiengebührenregen anderer Bundesländer” halten werden. Der nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart hatte den Vorschlag gemacht, ein “nationales Stipendien-System” einzuführen, dem erteilte Dr. Eva-Maria Stange jedoch eine klare Absage. Im Voraus hatten die Länder sich dafür ausgesprochen eine Arbeitsgruppe aufzubauen, die sich um einen möglichen Ausbau des deutschen Stipendienwesens bemüht, Vorschläge erarbeitet und diese vorträgt.

Zunächst würden die Studenten mit Studiengebühren belastet werden, mit der Einführung eines Stipendien-Systems aber scheint es, als wolle man ihnen unter die Arme greifen. Ehrlich wäre es jedoch nur, wenn man von vornherein auf die Studiengebühren verzichten würde. In der vergangenen Woche wurde im Landtag entsprechend das neue sächsische Hochschulgesetz eingebracht, das die Festschreibung der Studiengebührenfreiheit anvisiert.

Man macht deutlich, man solle nicht einigen wenigen Studenten mehr Geld geben - denn dadurch werden diese weder schneller noch besser studieren können. Effektiver sei es, das Geld in die Hochschulen zu investieren, so könnten dann die Lehrkapazitäten ausgebaut und die Betreuungsverhältnisse verbessert werden. Zusätzlich steht ohnehin mit der Studienstiftung Deutschlands ein Begabtenförderungswerk bereit, getragen von Bund, Land und weiteren Förderern.

Als nächster Schritt sollte die Erweiterung des BAföG, das zentrale Instrument der Chancengleichheit, bedacht werden. Auch wenn das BAföG zum Wintersemester 2008/2009 um 10 Prozent erhöht werden konnte, muss es dennoch weiterhin den Veränderungen des Studiums (berufsbegleitend, Teilzeitstudium) angepasst werden. Weiterhin sollte auch ein Schüler-BAföG eingerichtet werden, das die Zahl der Studienberechtigten erhöhen wird.