Stipendium nach NRW-Modell
Schavan sagt Nein zum NRW-Modell.
Die Bundesbildungsministerin Anette Schavan hat sich nicht dazu bereit erklärt, den Bund an dem NRW-Stipendien-Modell teilnehmen zu lassen. Dabei hatte das Land die Hoffnung, dass ähnlich wie beim BAföG, zwei Drittel der Kosten, etwa 194 Millionen Euro vom Staat übernommen werden.
Laut Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird das von Nordrhein-Westfalen vorgeschlagene Stipendien-Modell für die besten Studenten nicht vom Bund unterstützt werden. Ihre Entscheidung begründete sie damit, dass nicht der Bund ständiger Ansprechpartner sein muss, sobald es um Geld geht und sonst “die Zuständigkeit der Länder reklamiert wird”. Sie vertritt dabei ihre Meinung, dass Stipendien zwar notwendig sind, diese aber auch durch Initiativen der Länder und Wirtschaft gefördert werden können.
Kommenden Mittwoch soll das Modell von NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) auf der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern besprochen werden. Die Hochschulen sollen dann, für jeden eingenommenen Stipendien-Euro aus der Wirtschaft, einen weiteren vom Staat erhalten. Somit sollen die besten zehn Prozent der Studenten mit 300 Euro im Monat unterstützt werden. Dafür würden pro Jahr rund 194 Millionen Euro nötig sein. Aus diesem Grund hofft das Land NRW, dass vom Bund zwei Drittel der Kosten getragen werden, ähnlich wie es beim BAföG der Fall ist.
Auf das NRW-Modell reagiert die Wirtschaft positiv. BASF-Chef Jürgen Hambrecht macht deutlich, dass der Ansatz gut ist. Denn für Unternehmen dürfte es ein “interessanter Anreiz” sein, mehr Geld in Stipendien zu investieren. In Deutschland können, anders als es in anderen Ländern der Fall ist, nur circa zwei Prozent der Studierenden von einem Stipendium profitieren. Auch der IBM-Deutschland-Chef Martin Jetter ist positiv vom NRW-Modell überrascht und macht deutlich, dass dieses Modell durchaus ein “innovativer Vorschlag” ist. Also durchaus in der Lage, die Zahl der dringend benötigten Akademiker zu erhöhen.
Sofern die Idee des NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart in der Wissenschaftskonferenz am 16. Juli 2008 nicht angenommen wird, wird die NRW-Landesregierung, so die Angaben eines Ministeriumssprechers, im Oktober 2009 sein Programm mit 3400 Stipendiaten in Nordrhein-Westfalen beginnen. Für sie sollen dann 300 Euro monatlich und unabhängig vom Einkommen der Eltern bereitstehen.








