Mit einem Klick zur Uni
Besonders seit der Einführung der Studiengebühren in vielen Bundesländern, müssen die Hochschulen sich gut verkaufen können. Zum Einen bringen Hochschulen die eigenen Produkte, Forschung und ihre Lehre.
Zum Anderen werben sie sich selbst auf dem Markt und buhlen um die Gunst der Wissenschaftler und Studenten. Aus der ganzen Welt konkurrieren Hochschulen, daher muss ein sowohl funktionaler als auch imagegerechter Auftritt im Internet gewährleistet sein. Den ersten Kontakt zu Hochschulen bauen Studieninteressierte im Internet auf. Ob diese oder jene Universität die Richtige ist, entscheidet der Student daran, wie die Lehre ist, welchen Ruf die Hochschule hat und welches Umfeld die Hochschule hat.
Austauschstudenten zum Beispiel, können vorerst nur über das Internet die Hochschule kennenlernen. Bei der Recherche achten diese dann auf die Aufmachung der Website, den Informationsgehalt und vor allem sollten die wichtigsten Punkte auch in anderen Sprachen vorzufinden sein. Der Interessierte sollte, nachdem er die Möglichkeit hatte sich auch durch die Homepages der Professoren zu klicken, auch rasch Antworten auf seine E-Mails erhalten. Das Internet hat sich mittlerweile zur „Impulskaufzone” entwickelt, besonders Hochschulen können davon profitieren.
Der Geschäftsführer der Düsseldorfer Agentur Grimm-Design, Detlev Grimm macht deutlich, dass heute nicht allein Unternehmen unter Erfolgsdruck stehen, sondern ebenso die verschiedenen Hochschulen. Zum ersten Mal zählt auch eine Hochschule, nämlich die Technische Universität Dortmund, unter den Auftraggebern von Grimms Agentur. Um Interessierten die Gelegenheit zu bieten, einen Kontakt zu Institutionen aufzubauen, ist einen profilierter Markenauftritt besonders von Vorteil. Nach der Entwicklung einer Bild- und Wortmarke sind kaum noch Unterschiede zwischen Unternehmen und Hochschulen zu machen. Das „Corporate Design” spielt also auch für Bildungseinrichtungen eine Rolle. Mit steigendem Wiedererkennungswert steigt der Erfolg.
Das Hochschulprofil soll nicht nur auf der Internetseite zu erkennen sein. Die frühere Universität Dortmund, hat sich zum ersten November 2007 umbenannt in Technische Universität und die Fachbereiche werden jetzt Fakultäten genannt. Solche Umbenennungen wie bei Grimms akademischen Kunden, werden aufgrund tiefgreifender Umstrukturierungen des Studienangebotes gemacht. So auch bei der Stiftungs-Universität Lüneburg, aus dem Zusammenschluss von Fachhochschule und Universität im Jahr 2005, lautet ihr Name „Leuphana”. Die Inhalte wurden gemäß dem Bologna-Prozess umgestellt, die Hamburger Werbeagentur Scholz & Friends übernahm die äußere Gestaltung.
Rund 80 Prozent der Studienanfänger suchen und finden ihre Informationen im Internet, so ändert sich auch die Organisationsstruktur der Unis. Im Internet werden die einzelnen Institute als „Markenprodukte” des Hochschul-Unternehmens deutlich gemacht. Meist ist das nicht ganz einfach bei 200 Professoren. Jeder Mitarbeiter erhält die Möglichkeit, seine eigenen Inhalte und erwünschte Funktionen einzubauen, wobei die rechtliche Verantwortung beim Hochschulpräsidenten liegt.
Was die Website-Entwicklung angeht haben Institute oder Dozenten selbst schon Methoden und Wege gefunden und bringen so unterschiedliche und recht innovative Ideen hervor. Oft werden in die Projekte auch die Studenten selbst miteingebunden.
Da sich das Design der verschiedenen Internetseiten ändert und weiterentwickelt werden müssen, dürfen Hochschul-Websites nicht nach hinken. Doch eine Neugestaltung einer gesamten Hochschul-Homepage ist kompliziert, da sie eine relativ komplexe Netzstruktur aufweist. Die Hälfte der Nutzer der Hochschul-Websites sind interne Nutzer, obwohl die Homepages durchaus für ein breites Publikum offen sind. Nicht nur Studenten und Dozenten nutzen diese, auch Studieninteressierte, Unternehmen, Presse und die internationale Öffentlichkeit werden damit angesprochen.
Die „Nutzer- und Klickverteilung” verschiebt sich jedoch saisonal. Die Portale der Studienberatung sind in Bewerbungsphasen besonders beliebt. Bald 70 Prozent alle Zugriffe auf die Internetseiten gehen auf die Seiten zum Studienangebot. Studenten, die schon eingeschrieben sind interessieren sich eher für eigene Fakultäten und Institute.
Eine gute Hochschul-Website zeichnet sich dadurch aus, dass die gewünschten Informationen schnell zu finden sind. Fakultätsfarben zum Beispiel, bieten eine gute Orientierungshilfe, so auch Subportale. Die Agentur Grimm-Design sieht zudem die Verbindung von Erscheinungsbild und Inhalt, Funktionalität und Barrierefreiheit als weitere wichtige Punkte. Auch ein gutes Ranking bei Google ist entscheidend, Universitäten der USA sind in diesem Bereich Nummer eins.
Interne Konsumenten solcher Internetseiten vertrauen auf Standards, die überall im Trend liegen. So auch, dass sich die Menüleiste entweder links oder horizontal am oberen Rand befindet. Das Scrollen auf Internetseiten wird hingegen oft als lästig empfunden. Der Nutzer muss dann mühsam suchen und der Eindruck entsteht, die Universitäten hätten ihre Aufgabe nur halb erledigt.








