Abkassieren
Die SPD- Landtagsabgeordnete Anna Boos (SPD) kritisiert in einer Anfrage an die Landesregierung, dass Klausuren
Die SPD- Landtagsabgeordnete Anna Boos (SPD) kritisiert in einer Anfrage an die Landesregierung, dass Klausuren, neben den üblichen Studiengebühren zusätzlich Geld kosten sollen. Ein Hinweis der Universität Münster besagt, dass Jurastudenten ab dem Sommersemester 2008 für die Korrekturen ihrer Examensklausuren zahlen mussten. Das Dekanat gab bekannt, dass von der zentralen Kommission zur Verteilung der Studiengebühren im SS 2008 beschlossen wurde, keine Mittel für die Finanzierung der Examensklausurkurse der Rechtswissenschaftlichen Fakultät zur Verfügung zu stellen.
Das Wertmarkensystem soll ab der ersten Klausur am 9. April gelten. Für fünf Euro pro Klausur werden Wertmarken in Bögen von je acht Marken zu haben sein. Dann werden nur Klausuren mit gültigen Wertmarken korrigiert werden. Diese Aktion begründete man damit, dass hierdurch eine Finanzierungslücke von 75 000 Euro geschlossen werden soll. Aus diesem Grund müssen die Studierenden anteilig die Hälfte der Kosten tragen. Zum Wintersemester wiederum ist die Universität bemüht, Klausurkurse wieder kostenfrei anzubieten. Pro Semester sind hiervon 8 000 Klausuren betroffen. Hierbei will die Abgeordnete von der Landesregierung wissen, ob es fair ist. Denn wer es sich leisten kann, bekommt seine Klausur korrigiert, wer es sich nicht leisten kann, hat möglicherweise ein Problem?
Ruth Seidl, hochschulpolitische Sprecherin der Grünen übt heftige Kritik an der Universität Münster. Daran würde nämlich deutlich werden, dass Minister Pinkwart nicht nur keinen Erfolg hatte mit seinem System von Studiengebühren und der vermeintlichen Hochschulfreiheit, sondern auch „auf ganzer Linie gescheitert” ist. Im Moment ist keine Besserung in Sicht. Pro Klausur fünf Euro zu verlangen, entspricht nicht Freiheit von Studium und Lehre. Dazu ergänzt der SPD-Fraktionsvize Marc Jan Eumann, die Studiengebühren seien nicht zur Entlastung eingesetzt worden, es werden zunehmend mehr Kosten auf die Schultern der Studierenden gelegt. So werden durch eine „Hintertür” weitere Studiengebühren eingenommen. Stoppt man diesen Vorgang nicht, werden künftig weitere 500 Euro Studiengebühren fällig sein. Professor Thomas Sternberg, Kulturexperte der CDU-Fraktion, weist darauf hin, dass die Studienbeiträge die Klausuren kostenfrei korrigieren lassen sollen. Aufgabe der Politik sei es nun, sich für das Recht der Studierenden einzusetzen.








