Die Stellenrecherche
Lesen Sie die Stellenanzeige zwischen den Zeilen!Verschaffen Sie sich Information über den Arbeitgeber! Wie findet man die richtige Stelle in der großen Vielfalt?
Eine alte und klassische Methode sich über das Stellenangebot zu informieren, sind die Printmedien. Im Stellenteil der Tageszeitung finden Sie in der Regel mehrere Seiten mit Stellenangeboten. In vielen Regionen gibt es lokale Stadtteilzeitungen, die ähnliche Rubriken haben. Führend im Stellenmarkt ist unter anderem die FAZ und die Süddeutsche Zeitung. Natürlich finden Sie auch gerade am Samstag in Ihrer regionalen Tageszeitung einen ausführlichen Stellenmarkt. Ebenfalls sind Fachzeitungen eine sehr gute Alternative. Jeder Fachbereich verfügt über branchenspezifische Zeitungen. Erkundigen Sie sich nach diesen und Sie werden vielleicht den entscheidenden Schritt schneller sein als Ihre Konkurrenten. Die inzwischen noch preiswertere und wesentlich umfangreichere Version ist das Internet. Diverse Job-Sites bieten viele hundert Jobangebote. Die bequemen Suchfunktionen ermöglichen eine komfortable Eingrenzung der gesuchten Stellen. Sie können die Stellen regional eingrenzen, nach Branchen, national oder international und vieles mehr. Große Sites stellen der Hochschulanzeiger, Jobscout24, Monster und Step Stone dar. Sicher gibt es darüber hinaus noch diverse weitere Stellenanzeiger, die auch gute Funktionen und Stellenausschreibungen beinhalten. Neben dem Stellenanzeiger kann man sich auch eine Liste machen, in der man die Firmen einträgt, in denen man gern arbeiten würde. Alle großen und mittelständigen Unternehmen verfügen über einen eigenen Internetauftritt, der auch eine Kategorie “Stellengesuch oder Jobs” beinhaltet. Vielleicht ist diese Variante für diejenigen sinnvoll, die eine Stelle in der gewohnten Umgebung suchen.
Tipp bei der Stellensuche:
Bewerben Sie sich bei Unternehmen, die nicht so bekannt sind, bei Unternehmen in der zweiten oder dritten Reihe. Einige werden jetzt etwas überrascht sein, aber die Erklärung dazu ist sehr einfach. Sicher haben Sie sich überlegt für ein Weltunternehmen zu arbeiten, das gibt Sicherheit und ist solide. Allerdings denkt jeder so, was zur Folge hat, dass diese Betriebe sehr hohe Bewerberzahlen auf ein Inserat bekommen. Zusätzlich gibt es noch die Initiativbewerbungen. Sie werden nachvollziehen können, dass Ihre Referenzen schon exzellent sein müssen, damit Sie eine Chance haben unter die Top10 zu kommen. Kleinere Unternehmen bieten daneben auch die Chance, schneller Karriere zu machen, da der Verdrängungswettbewerb kleiner ist.
Lesen Sie die Stellenanzeige zwischen den Zeilen
Nehmen Sie sich das Stellenangebot Ihrer Traumstelle zur Hand und lesen Sie die Anforderungen. Die Mehrheit wird bei kritischer Betrachtung zugeben müssen, dass sie nicht alle Anforderungen erfüllen kann. In Stellenanzeigen werden immer die Idealbesetzungen gesucht. Die Spritzigkeit eines/r 25-Jährigen/er, das Wissen eines Akademikers mit mindestens drei Hochschulstudiengängen, die Erfahrung eines 50jährigen, die Flexibilität eines Singles und die Ruhe eines/r Familienvaters/mutter. Natürlich ist das teilweise etwas übertrieben, aber es macht deutlich, dass die Personaler die Besten der Besten für die Stellenbesetzung suchen. Seien Sie frohen Mutes, wenn Sie wenigstens zu 60 Prozent die gestellten Anforderungen erfüllen.
Jede Stellenanzeige ist in zwei Kategorien eingeteilt. In jeder Stellenanzeige finden Sie Abschnitte, in denen Anforderungen aufgelistet sind, die Sie unbedingt erfüllen müssen, um diese Stelle ausüben zu können und es gibt Passagen, denen Sie entsprechen sollten. Dies sind Anforderungen mit denen Sie Zusatzpunkte gewinnen können.Ganz typische Formulierungen für Kann-Optionen sind “wünschenswert”, “vorteilhaft” oder “optimal”. Hier zeigt der Inserat, dass ihm zwar diese Kenntnis wichtig ist, aber der Erfolg der Arbeit dadurch nicht in Frage gestellt ist, weil es etwa betriebsinterne Fortbildungen zu diesem Punkt gibt, eine andere Abteilung vorhanden ist, die diese Anforderungen erfüllt, die Abfrage der Anforderung so selten ist, das es andere Behelfsmaßnahmen gibt, die dann greifen. Die sogenannten Muss-Anforderungen sind eindeutig angeführt mit Worten wie “wir erwarten, wir setzen voraus, einschlägige Erfahrungen in, Routine” usw.. Wer hier nicht den Anforderungen entspricht, kann sich die Zeit und die Aufwendungen für Papier und Porto sparen, es sei denn, dass sein “Vitamin B” so groß ist, dass seine Qualifikation zweitrangig ist.Einige dieser Anforderungen kann man schnell erlernen, wie verschiedene einfache Programme, ein Informatiker kann sich vielleicht auch schnell in eine andere Programmiersprache einlesen, in der Regel ist dies aber in der Zeit zwischen Bewerbung und Anstellung nicht möglich. Bleiben Sie daher realistisch in Ihren Einschätzungen, wäre doch schade nach dem Hochmut wieder schnell zu fallen, oder?
Information über Arbeitgeber
Sie haben sich nun beworben und einige Einladungen zu persönlichen Vorstellungsgesprächen bekommen? Dann wird es Zeit, sich auf dieses wichtige Gespräch intensiv vorzubereiten. Neben den üblichen Fragen im persönlichen Miteinander sollten Sie sich allerdings auch über das Unternehmen informieren. An dieser Stelle weisen wir noch einmal darauf hin, dass es im persönlichen Gespräch Ihre Aufgabe ist, den Personaler zu überzeugen. Überzeugen müssen Sie zwar auch durch emotionale Intelligenz, aber genauso wichtig ist es, dass Sie mit Fakten glänzen. Was bedeutet das, mit Fakten glänzen? Ihre fachliche Kompetenz ist ein Faktum, aber auch Ihr Wissen über das Unternehmen. Kenntnisse über das Unternehmen kann den einen oder anderen vor ein großes Problem stellen. Große Konzerne und einige mittelständige Unternehmungen verfügen über einen aussagekräftigen Internetauftritt. Auf diesen Seiten werden die Dienstleistungen vertrieblich und informativ beschrieben. Schauen Sie hierbei auch auf ausländische Seiten, indem Sie die Endung verändern z.B. in “com”. Viele dieser Internetauftritte geben allerdings keine Information über die betrieblichen Kooperationen mit anderen Unternehmen. Sie müssen nicht alle Netzwerke kennen, aber zwei bis drei Kooperationen sollten Ihnen schon bekannt sein, zumal, wenn es die Abteilung betrifft, für die Sie sich bewerben. Information über betriebliche Netzwerke befinden sich in vielen Fällen auch im Internet. Schauen Sie sich in den einschlägigen Suchmaschinen um, in Online Zeitungen oder in Communities, die Branchen zusammenführen. Bewerbungsportale, sowie die Eingabe bestimmter Fachbegriffe verknüpft mit dem Unternehmensnamen können in einigen Fällen auch weiterhelfen. Es gibt aber auch noch klassische Methoden, wie Messen, Bibliotheken und Fach- oder Wochenzeitungen.Bei Ihren Recherchen schauen Sie sich neben den Netzwerken auch einmal die Mitarbeiterzahl an, den Umsatz der letzten zwei Jahre, den Gewinn, sofern dies ausgewiesen ist und Nachrichten über zukünftige Projekte. Nicht zuletzt informieren Sie sich über die Firmenphilosophie. Hieran kann man in vielen Fällen nicht nur Expansionswünsche ablesen, sondern auch soziales Engagement und politische Sympathien. Alle diese Angaben müssen Sie nicht auswendig lernen und dann im persönlichen Gespräch aufsagen. Viel mehr sollten Sie diese Daten einfach wissen, so dass Sie für den Fall, dass Sie etwas über das Unternehmen erzählen sollen, oder Sie eventuell Gründe für genau dieses Unternehmen nennen müssen, nicht sprachlos werden. Verschiedene Fakten verknüpft miteinander bieten eine ideale Grundlage zu einer plausiblen Begründung zur Bewerbung genau in diesem Unternehmen.
Stellengesuch
Das Stellengesuch ist eine weitere Möglichkeit, eine neue Stelle zu finden neben den klassischen Methoden wie das Stellenangebot in der Zeitung, im Internet oder die Job Profile auf den Internetauftritten der Unternehmen. Vielleicht haben Sie auch schon darüber nachgedacht, selbst ein Stellengesuch aufzugeben. Grundsätzlich ist dies eine sehr gute Idee, wenn man einige Spielregeln beachtet. Leider ist es so, dass die meisten Stellengesuche gerade bei der heutigen Arbeitsmarktlage nur begrenzt erfolgreich sind. Wir hatten schon zuvor erwähnt, dass die Personalleiter heute bei jedem Stellenangebot im Schnitt 150 bis 600 Bewerbungen bekommen. Bei den großen Markenkonzernen sind es auch gern einmal mehr Bewerbungen. Das ist auch eine Erklärung dafür, dass die Resonanz eines Stellengesuches derzeit nicht mehr die Ausbeute bringt, wie dies noch Anfang des 21. Jahrhunderts war. Trotz der neuen Umstände ist es nicht abwegig, ein Stellengesuch aufzugeben. Ein Stellengesuch sollte sich allerdings von der Masse abgrenzen. Sicher haben Sie auch selbst in der einschlägigen Presse, wie FAZ, der Süddeutschen Zeitung oder vielleicht auch der regionalen Tageszeitung die Seiten mit Stellengesuchen bemerkt. Bevor Sie Ihr eigenes Stellengesuch aufgeben, studieren Sie intensiv die Seite der Stellengesuche einer großen Zeitung und schreiben sich die Formulierungen auf, die Sie öfter als zweimal lesen. Sie werden bemerken, dass die meisten Anzeigen identisch sind, die gleichen Formulierungen beinhalten, teilweise sogar das gleiche Styling haben. Für einen Personaler das absolute Horrorszenario. Daher grenzen Sie Ihr Stellengesuch von der Masse ab und Sie haben die Aufmerksamkeit der Entscheidungsträger. Widmen wir uns nun den Spielregeln, die bei einem Stellengesuch eingehalten werden sollten. Natürlich müssen Sie Ihre fachliche Qualifikation in dem Stellengesuch positionieren. Gern kann man dabei auch vorteilhafte Formulierungen verwenden, denn ein Stellengesuch ist nichts anderes als eine Werbeanzeige, in der Sie sich und Ihre Fähigkeiten anbieten für die Stellensucher. Sie suchen keine Stelle, Sie bieten Ihre Arbeitskraft an. Ihre Fähigkeiten ergänzen Sie mit Ihren beruflichen Erfolgen und weisen alle beruflichen Erfolge aus. Sie wissen nicht, welche Fähigkeiten für den Personaler interessant sind. Vielleicht haben Sie für eine kurze Zeit den gewünschten Beruf evtl. nur in einer Nebentätigkeit ausgeübt. Entscheidungen werden in vielen Fällen zugunsten derjenigen gefällt, die Gemeinsamkeiten zu dem Leser aufweisen. Alle Formulierungen sollten nicht nur aus finanziellen Gesichtspunkten kurz und knapp sein. Je schneller der Personaler die wichtigen Fakten erkennen kann, desto eher ist er bereit, sich mit Ihrer Anzeige auseinander zusetzen.
Ergo:
kurz, knapp und eindringlich, das sind die Trümpfe, die Sie ausspielen können. Spielen Sie mit Schriftarten und Stärken, aber seien Sie damit sparsam. Nie mehr als zwei Schriftarten verwenden, die klar und gut lesbar sind. Die gleiche Regel gilt auch für die Schriftstärke. Am Besten Sie besprechen dies in einem Vorgespräch mit dem Verlag oder der Anzeigenredaktion. Vielleicht gibt es die Möglichkeit 3D-Effekte einzubringen, doppelt zu unterstreichen oder statt der gewöhnlichen rechteckigen Anzeigen eine Anzeige ohne Rand, dicken, dünnen oder doppelten Rand zu gestalten. Andere Formen, wie Quadrate, Dreiecke unw. sorgen auf jeden Fall für Aufmerksamkeit und können je nach Branche auch angewendet werden. Ein Stellengesuch als Steuerberater sollte sicher konservativer aussehen als die eines Medienberaters. Vergessen Sie auf keinen Fall die Positionen anzugeben, die Sie anbieten, ob Sie auch einen Ortswechsel in Betracht ziehen würden, Ihr Alter und natürlich Ihr Geschlecht. Gestalten Sie Ihre Werbeanzeige auffällig, aber machen Sie niemals Versprechungen, die Sie selbst bei noch so großen Bemühungen nicht erfüllen können. Stellen Sie sich positiv dar, aber bezeichnen Sie sich nicht als “Spitzenkraft” oder ” Allrounder”. Sollten Sie eine Spitzenkraft sein, werden Ihre Fähigkeiten und Ihre beruflichen Qualifikationen darauf hinweisen. Machen Sie deutlich, dass Sie gut sind, aber heben Sie das “As” für das Bewerbungsgespräch auf, oder besser, lassen Sie den Personaler selbst herausfinden, wie gut Sie sind. Bescheidenheit ist dort angemessener. Die selbstbezeichneten Allrounder haben sich mit dieser Bezeichnung selbst aus den Verfahren geworfen. Stellen Sie sich vor, Sie ordern einen Handwerker, der Ihre Heizung reparieren soll. Dieser gibt Ihnen eine Visitenkarte, mit welcher er für seine Kenntnisse in EDV, Kfz, Bürobuchhaltung und Ungezieferentsorgung wirbt. Hört sich toll an, ein Mann für alle Probleme. Glauben Sie wirklich, dass er in allen Bereichen eine Spitzenkraft ist? Wohl kaum. Beschränken Sie sich auf Ihr Fachgebiet, in dem Sie wirklich gut sind.
Zum Schluss ein Tipp zu der Größe des Stellengesuchs:
Grundsätzlich sollte die Größe der Anzeige der angestrebten Position entsprechen. Als Malergeselle ist es zwar toll, wenn Sie auf einer halben Seite inserieren. Dies ist aber absolut übertrieben und könnte von dem einen oder anderen Chef falsch verstanden werden. Die Faustregel lautet, dass Sie ca. 0,5% des angestrebten Jahresgehaltes für eine regionale und 1% für eine überregionale Anzeige, wie in der FAZ, investieren sollten.








