Soft Skills
Einige können vielleicht mit dieser Rubrik nicht sofort etwas anfangen. Wir wollen daher die Schwerpunkte dieser Seite kurz zusammenfassen. Auch wenn sich einige Punkte aus den anderen Rubriken hier wiederholen, halten wir es für wichtig, noch einmal darauf hinzuweisen. So werden wir einige Beispiele nennen, wie man auf Fragen von Personalern reagieren kann und sollte. Danach gehen wir zur Selbstanalyse über. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, sich selbst besser kennen zulernen.Â
Natürlich sollen auch hier wertvolle Bewerbungstipps nicht fehlen. Lange Rede, kurzer Sinn, für die Lateiner unter uns, steigen wir in “medias res”. Worum geht es bei den Soft Skills eigentlich wirklich? Wir denken zuerst an die Psyche eines Menschen, eines Bewerbers. Im Duden lesen wir unter: Â
| Phi|lo|so|phie, die; -, -n [lat. philosophia < griech. philosophÃa, zu: phileÃn= lieben, gern haben u. sophÃa= Weisheit]: 1. Streben nach Erkenntnis über den Sinn des Lebens, das Wesen der Welt u. die Stellung des Menschen in der Welt; Lehre, Wissenschaft von der Erkenntnis des Sinns des Lebens, der Welt u. der Stellung des Menschen in der Welt: die materialistische, idealistische P.; P. lehren, studieren. |
 2. persönliche Art u. Weise, das Leben u. die Dinge zu betrachten: seine P. lautet: leben und leben lassen; ich habe mir meine eigene P. zurechtgezimmert. © Duden - Deutsches Universalwörterbuch,   5. Aufl. Mannheim 2003.Â
Im Folgenden versuchen wir die Beschreibung des Dudens auf unsere Bewerbungssituation zu übertragen. Sie verfügen über zwei Leben, über ein Privatleben und ein Berufsleben. Einige mögen das ganz streng trennen und haben einen beruflichen und einen privaten Freundeskreis. Mit dem Wechsel des Jobs verliert man auch die Freunde aus dem beruflichen Umfeld.  Welche Vor- und Nachteile diese strikte Trennung hat, soll jeder für sich selbst analysieren. Beschäftigen wir uns lieber mit dem beruflichen Ich.Â
Ihr berufliches Ich Ihr berufliches Ich beginnt im Vorstellungsgespräch. Stellen wir uns einmal vor, wir würden uns in einem Handball-Bundesligaspiel befinden. Sie sind der/die Stürmer/In. Sie bekommen den Ball zugeworfen und laufen los. Sie haben nur ein Ziel, den Ball in das Tor zu bringen, ohne Umwege. Sie reagieren schnell, flink und immer gut aufgelegt. Wie im Spiel, entscheiden auch im Berufsleben die ersten Minuten. Nach den ersten Worten wird der Personaler kategorisieren. Schubladendenken wie man es tagtäglich auch im privaten Leben praktiziert. Zukünftige Fragen werden sich dann nach dem gewonnenen Eindruck richten. Ein andauerndes Frage- und Antwort-Spiel folgt. Sie sind der Stürmer, der einen Ball nach dem anderen zugeworfen bekommt und Sie versuchen neben dem Einlochen im Tor auch noch verdammt gut auszusehen. Dabei ist es nicht entscheidend, dass Sie die Fragen lang und breit beantworten. Nehmen wir einmal an, man würde Sie fragen, übrigens eine sehr häufig gestellte Frage, wie ein Kollege Sie beschreiben würde. Darauf kann man verschieden reagieren. Mögliche Antworten sind zum Beispiel, “Energisch. Praktisch. Gut.”, Zuverlässig. Zuversichtlich. Zupackend.” Benutzen Sie keine Füllworte wie “Also…”, ” Ich sag mal so,…”, “Ähm… ” oder was auch immer. Diese Füllworte sind so effektiv wie schlechte Fernsehwerbung. Jeder nimmt sie wahr und schaut nie wieder hin. Zeigen Sie Ihren Killerinstinkt, kurz, schnapp und knackig und wirken trotz allem auch noch eloquent. Killerinstinkt hat nichts mit Mundfaulheit gemein. Am Besten kann man das nutzen, wenn man sich selbst kennt und weiß, wer und was man ist.Â
Onlinetests helfen bei der Selbsteinschätzung und können Personen bei der Berufswahl und beim Jobwechsel unterstützen. Ob jemand jedoch ein erfolgreicher Arzt oder Unternehmer wird, können sie nicht vorhersagen. Und noch etwas: Wer mehrere Tests absolviert, fährt generell besser. Wer sich nicht nur auf einen Test verlässt, kann Tendenzen besser erkennen und möglicherweise fehlerhafte Einschätzungen minimieren. Wichtig ist aber auch, dass die Anwender beim Ausfüllen der Fragebögen ehrlich sind. Denn nur so können sie auch eine kompetente Einschätzung bekommen. Sicher sitzen Sie jetzt am Schreibtisch und haben sich ein weißes Blatt Papier genommen, um nun niederzuschreiben, welche Wünsche Sie haben. Das klappt auch bei einigen ganz gut, solange man sich auf Stichworte beschränkt. Den anderen fällt nur ein, dass sie der/die Richtige für den Job ist. Das ist leider ein bisschen zu wenig. Hier ein kleiner Tipp. Legen Sie das Stellenangebot weg und fangen Sie an zu träumen. Stellen Sie sich Schritt für Schritt vor, wie Ihre Karriere aussehen soll. Welche Stufen Ihr Werdegang haben soll, welche Aufgaben Sie übernehmen, wie Sie Probleme lösen. Schreiben Sie Ihre Vorstellungen auf. Nachdem Sie Ihre Überlegungen zu Papier gebracht haben, gratulieren wir Ihnen zu einem erfolgreichen Schritt. Sie haben gerade Ihre Ziele formuliert.Â
Welche Fähigkeiten haben Sie?
Sie haben nun mit dem Adenauer Kreuz Ihre Stärken und Schwächen aufgelistet und ergänzend dazu Ihre Ziele niedergeschrieben. Nun ist es an der Zeit, dass Sie ein neues weißes Blatt zur Hand nehmen und alle Eigenschaften und Anforderungen aufschreiben, die zur Besetzung Ihrer neuen Stelle vorausgesetzt werden. Greifen Sie dabei auch auf Fachlektüre zurück. Dann können Sie sicher sein, dass Sie alle wesentlichen Anforderungen aufgelistet haben. Nachdem Sie die fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten aufgeschrieben haben, gehen Sie nun zu den persönlichen Fähigkeiten (Soft Skills) über.Nun ist es Ihre Aufgabe, den eigenen Stärken und Schwächen die Anforderungen gegenüberzustellen. Auch hier können Sie wieder ein Adenauer Kreuz zur Hilfe nehmen, um zu prüfen, ob Sie die Anforderungen erfüllen. Prüfen Sie danach, ob Sie sich für den Job fit fühlen. Haben Sie allerdings dabei auch etwas Mut, man wächst an Aufgaben. Sollten Sie nicht hundert Prozent der Anforderungen erfüllen, stecken Sie nicht den Kopf in den Sand. Einer Mehrzahl von Anforderungen für das gewählte Jobprofil sollten Sie jedoch schon entsprechen.Â
Recherche
In den folgenden Zeilen werden wir uns mit dem Stellengesuch, dem Arbeitgeber und verschiedenen Verfahrensweisen zur Stellensuche beschäftigen. Viele Bewerber erhalten eine Absage, weil sie sich auf Stellen beworben haben, deren Anforderungen sie nicht erfüllen. Dabei waren sie von der Eignung überzeugt.Â
Lesen Sie die Stellenanzeige zwischen den Zeilen!Verschaffen Sie sich Information über den Arbeitgeber! Wie findet man die richtige Stelle in der großen Vielfalt?
Eine alte und klassische Methode sich über das Stellenangebot zu informieren, sind die Printmedien. Im Stellenteil der Tageszeitung finden Sie in der Regel mehrere Seiten mit Stellenangeboten. In vielen Regionen gibt es lokale Stadtteilzeitungen, die ähnliche Rubriken haben. Führend im Stellenmarkt ist unter anderem die FAZ und die Süddeutsche Zeitung. Natürlich finden Sie auch gerade am Samstag in Ihrer regionalen Tageszeitung einen ausführlichen Stellenmarkt. Ebenfalls sind Fachzeitungen eine sehr gute Alternative. Jeder Fachbereich verfügt über branchenspezifische Zeitungen. Erkundigen Sie sich nach diesen und Sie werden vielleicht den entscheidenden Schritt schneller sein als Ihre Konkurrenten.Â
Die inzwischen noch preiswertere und wesentlich umfangreichere Version ist das Internet. Diverse Job-Sites bieten viele hundert Jobangebote. Die bequemen Suchfunktionen ermöglichen eine komfortable Eingrenzung der gesuchten Stellen. Sie können die Stellen regional eingrenzen, nach Branchen, national oder international und vieles mehr. Große Sites stellen der Hochschulanzeiger, Jobscout24, Monster und Step Stone dar. Sicher gibt es darüber hinaus noch diverse weitere Stellenanzeiger, die auch gute Funktionen und Stellenausschreibungen beinhalten. Neben dem Stellenanzeiger kann man sich auch eine Liste machen, in der man die Firmen einträgt, in denen man gern arbeiten würde. Alle großen und mittelständigen Unternehmen verfügen über einen eigenen Internetauftritt, der auch eine Kategorie “Stellengesuch oder Jobs” beinhaltet. Vielleicht ist diese Variante für diejenigen sinnvoll, die eine Stelle in der gewohnten Umgebung suchen.Â
Tipp bei der Stellensuche:
Bewerben Sie sich bei Unternehmen, die nicht so bekannt sind, bei Unternehmen in der zweiten oder dritten Reihe. Einige werden jetzt etwas überrascht sein, aber die Erklärung dazu ist sehr einfach. Sicher haben Sie sich überlegt für ein Weltunternehmen zu arbeiten, das gibt Sicherheit und ist solide. Allerdings denkt jeder so, was zur Folge hat, dass diese Betriebe sehr hohe Bewerberzahlen auf ein Inserat bekommen. Zusätzlich gibt es noch die Initiativbewerbungen. Sie werden nachvollziehen können, dass Ihre Referenzen schon exzellent sein müssen, damit Sie eine Chance haben unter die Top10 zu kommen. Kleinere Unternehmen bieten daneben auch die Chance, schneller Karriere zu machen, da der Verdrängungswettbewerb kleiner ist.Â
Lesen Sie die Stellenanzeige zwischen den Zeilen
Nehmen Sie sich das Stellenangebot Ihrer Traumstelle zur Hand und lesen Sie die Anforderungen. Die Mehrheit wird bei kritischer Betrachtung zugeben müssen, dass sie nicht alle Anforderungen erfüllen kann. In Stellenanzeigen werden immer die Idealbesetzungen gesucht. Die Spritzigkeit eines/r 25-Jährigen/er, das Wissen eines Akademikers mit mindestens drei Hochschulstudiengängen, die Erfahrung eines 50jährigen, die Flexibilität eines Singles und die Ruhe eines/r Familienvaters/mutter. Natürlich ist das teilweise etwas übertrieben, aber es macht deutlich, dass die Personaler die Besten der Besten für die Stellenbesetzung suchen. Seien Sie frohen Mutes, wenn Sie wenigstens zu 60 Prozent die gestellten Anforderungen erfüllen.
Jede Stellenanzeige ist in zwei Kategorien eingeteilt. In jeder Stellenanzeige finden Sie Abschnitte, in denen Anforderungen aufgelistet sind, die Sie unbedingt erfüllen müssen, um diese Stelle ausüben zu können und es gibt Passagen, denen Sie entsprechen sollten. Dies sind Anforderungen mit denen Sie Zusatzpunkte gewinnen können.Ganz typische Formulierungen für Kann-Optionen sind “wünschenswert”, “vorteilhaft” oder “optimal”. Hier zeigt der Inserat, dass ihm zwar diese Kenntnis wichtig ist, aber der Erfolg der Arbeit dadurch nicht in Frage gestellt ist, weil es etwa betriebsinterne Fortbildungen zu diesem Punkt gibt, eine andere Abteilung vorhanden ist, die diese Anforderungen erfüllt, die Abfrage der Anforderung so selten ist, das es andere Behelfsmaßnahmen gibt, die dann greifen. Die sogenannten Muss-Anforderungen sind eindeutig angeführt mit Worten wie “wir erwarten, wir setzen voraus, einschlägige Erfahrungen in, Routine” usw.. Wer hier nicht den Anforderungen entspricht, kann sich die Zeit und die Aufwendungen für Papier und Porto sparen, es sei denn, dass sein “Vitamin B” so groß ist, dass seine Qualifikation zweitrangig ist.Einige dieser Anforderungen kann man schnell erlernen, wie verschiedene einfache Programme, ein Informatiker kann sich vielleicht auch schnell in eine andere Programmiersprache einlesen, in der Regel ist dies aber in der Zeit zwischen Bewerbung und Anstellung nicht möglich. Bleiben Sie daher realistisch in Ihren Einschätzungen, wäre doch schade nach dem Hochmut wieder schnell zu fallen, oder?
Information über Arbeitgeber
Sie haben sich nun beworben und einige Einladungen zu persönlichen Vorstellungsgesprächen bekommen? Dann wird es Zeit, sich auf dieses wichtige Gespräch intensiv vorzubereiten. Neben den üblichen Fragen im persönlichen Miteinander sollten Sie sich allerdings auch über das Unternehmen informieren. An dieser Stelle weisen wir noch einmal darauf hin, dass es im persönlichen Gespräch Ihre Aufgabe ist, den Personaler zu überzeugen. Überzeugen müssen Sie zwar auch durch emotionale Intelligenz, aber genauso wichtig ist es, dass Sie mit Fakten glänzen. Was bedeutet das, mit Fakten glänzen? Ihre fachliche Kompetenz ist ein Faktum, aber auch Ihr Wissen über das Unternehmen. Kenntnisse über das Unternehmen kann den einen oder anderen vor ein großes Problem stellen. Große Konzerne und einige mittelständige Unternehmungen verfügen über einen aussagekräftigen Internetauftritt. Auf diesen Seiten werden die Dienstleistungen vertrieblich und informativ beschrieben. Schauen Sie hierbei auch auf ausländische Seiten, indem Sie die Endung verändern z.B. in “com”. Viele dieser Internetauftritte geben allerdings keine Information über die betrieblichen Kooperationen mit anderen Unternehmen. Sie müssen nicht alle Netzwerke kennen, aber zwei bis drei Kooperationen sollten Ihnen schon bekannt sein, zumal, wenn es die Abteilung betrifft, für die Sie sich bewerben. Information über betriebliche Netzwerke befinden sich in vielen Fällen auch im Internet. Schauen Sie sich in den einschlägigen Suchmaschinen um, in Online Zeitungen oder in Communities, die Branchen zusammenführen. Bewerbungsportale, sowie die Eingabe bestimmter Fachbegriffe verknüpft mit dem Unternehmensnamen können in einigen Fällen auch weiterhelfen. Es gibt aber auch noch klassische Methoden, wie Messen, Bibliotheken und Fach- oder Wochenzeitungen.Bei Ihren Recherchen schauen Sie sich neben den Netzwerken auch einmal die Mitarbeiterzahl an, den Umsatz der letzten zwei Jahre, den Gewinn, sofern dies ausgewiesen ist und Nachrichten über zukünftige Projekte. Nicht zuletzt informieren Sie sich über die Firmenphilosophie. Hieran kann man in vielen Fällen nicht nur Expansionswünsche ablesen, sondern auch soziales Engagement und politische Sympathien. Alle diese Angaben müssen Sie nicht auswendig lernen und dann im persönlichen Gespräch aufsagen. Viel mehr sollten Sie diese Daten einfach wissen, so dass Sie für den Fall, dass Sie etwas über das Unternehmen erzählen sollen, oder Sie eventuell Gründe für genau dieses Unternehmen nennen müssen, nicht sprachlos werden. Verschiedene Fakten verknüpft miteinander bieten eine ideale Grundlage zu einer plausiblen Begründung zur Bewerbung genau in diesem Unternehmen.Â
Stellengesuch
Das Stellengesuch ist eine weitere Möglichkeit, eine neue Stelle zu finden neben den klassischen Methoden wie das Stellenangebot in der Zeitung, im Internet oder die Job Profile auf den Internetauftritten der Unternehmen. Vielleicht haben Sie auch schon darüber nachgedacht, selbst ein Stellengesuch aufzugeben. Grundsätzlich ist dies eine sehr gute Idee, wenn man einige Spielregeln beachtet. Leider ist es so, dass die meisten Stellengesuche gerade bei der heutigen Arbeitsmarktlage nur begrenzt erfolgreich sind. Wir hatten schon zuvor erwähnt, dass die Personalleiter heute bei jedem Stellenangebot im Schnitt 150 bis 600 Bewerbungen bekommen. Bei den großen Markenkonzernen sind es auch gern einmal mehr Bewerbungen. Das ist auch eine Erklärung dafür, dass die Resonanz eines Stellengesuches derzeit nicht mehr die Ausbeute bringt, wie dies noch Anfang des 21. Jahrhunderts war. Trotz der neuen Umstände ist es nicht abwegig, ein Stellengesuch aufzugeben. Ein Stellengesuch sollte sich allerdings von der Masse abgrenzen. Sicher haben Sie auch selbst in der einschlägigen Presse, wie FAZ, der Süddeutschen Zeitung oder vielleicht auch der regionalen Tageszeitung die Seiten mit Stellengesuchen bemerkt. Bevor Sie Ihr eigenes Stellengesuch aufgeben, studieren Sie intensiv die Seite der Stellengesuche einer großen Zeitung und schreiben sich die Formulierungen auf, die Sie öfter als zweimal lesen. Sie werden bemerken, dass die meisten Anzeigen identisch sind, die gleichen Formulierungen beinhalten, teilweise sogar das gleiche Styling haben. Für einen Personaler das absolute Horrorszenario. Daher grenzen Sie Ihr Stellengesuch von der Masse ab und Sie haben die Aufmerksamkeit der Entscheidungsträger. Widmen wir uns nun den Spielregeln, die bei einem Stellengesuch eingehalten werden sollten. Natürlich müssen Sie Ihre fachliche Qualifikation in dem Stellengesuch positionieren. Gern kann man dabei auch vorteilhafte Formulierungen verwenden, denn ein Stellengesuch ist nichts anderes als eine Werbeanzeige, in der Sie sich und Ihre Fähigkeiten anbieten für die Stellensucher. Sie suchen keine Stelle, Sie bieten Ihre Arbeitskraft an. Ihre Fähigkeiten ergänzen Sie mit Ihren beruflichen Erfolgen und weisen alle beruflichen Erfolge aus. Sie wissen nicht, welche Fähigkeiten für den Personaler interessant sind. Vielleicht haben Sie für eine kurze Zeit den gewünschten Beruf evtl. nur in einer Nebentätigkeit ausgeübt. Entscheidungen werden in vielen Fällen zugunsten derjenigen gefällt, die Gemeinsamkeiten zu dem Leser aufweisen. Alle Formulierungen sollten nicht nur aus finanziellen Gesichtspunkten kurz und knapp sein. Je schneller der Personaler die wichtigen Fakten erkennen kann, desto eher ist er bereit, sich mit Ihrer Anzeige auseinander zusetzen.
Ergo:
kurz, knapp und eindringlich, das sind die Trümpfe, die Sie ausspielen können. Spielen Sie mit Schriftarten und Stärken, aber seien Sie damit sparsam. Nie mehr als zwei Schriftarten verwenden, die klar und gut lesbar sind. Die gleiche Regel gilt auch für die Schriftstärke. Am Besten Sie besprechen dies in einem Vorgespräch mit dem Verlag oder der Anzeigenredaktion. Vielleicht gibt es die Möglichkeit 3D-Effekte einzubringen, doppelt zu unterstreichen oder statt der gewöhnlichen rechteckigen Anzeigen eine Anzeige ohne Rand, dicken, dünnen oder doppelten Rand zu gestalten. Andere Formen, wie Quadrate, Dreiecke unw. sorgen auf jeden Fall für Aufmerksamkeit und können je nach Branche auch angewendet werden. Ein Stellengesuch als Steuerberater sollte sicher konservativer aussehen als die eines Medienberaters. Vergessen Sie auf keinen Fall die Positionen anzugeben, die Sie anbieten, ob Sie auch einen Ortswechsel in Betracht ziehen würden, Ihr Alter und natürlich Ihr Geschlecht. Gestalten Sie Ihre Werbeanzeige auffällig, aber machen Sie niemals Versprechungen, die Sie selbst bei noch so großen Bemühungen nicht erfüllen können. Stellen Sie sich positiv dar, aber bezeichnen Sie sich nicht als “Spitzenkraft” oder ” Allrounder”. Sollten Sie eine Spitzenkraft sein, werden Ihre Fähigkeiten und Ihre beruflichen Qualifikationen darauf hinweisen. Machen Sie deutlich, dass Sie gut sind, aber heben Sie das “As” für das Bewerbungsgespräch auf, oder besser, lassen Sie den Personaler selbst herausfinden, wie gut Sie sind. Bescheidenheit ist dort angemessener. Die selbstbezeichneten Allrounder haben sich mit dieser Bezeichnung selbst aus den Verfahren geworfen. Stellen Sie sich vor, Sie ordern einen Handwerker, der Ihre Heizung reparieren soll. Dieser gibt Ihnen eine Visitenkarte, mit welcher er für seine Kenntnisse in EDV, Kfz, Bürobuchhaltung und Ungezieferentsorgung wirbt. Hört sich toll an, ein Mann für alle Probleme. Glauben Sie wirklich, dass er in allen Bereichen eine Spitzenkraft ist? Wohl kaum. Beschränken Sie sich auf Ihr Fachgebiet, in dem Sie wirklich gut sind.
Zum Schluss ein Tipp zu der Größe des Stellengesuchs:
Grundsätzlich sollte die Größe der Anzeige der angestrebten Position entsprechen. Als Malergeselle ist es zwar toll, wenn Sie auf einer halben Seite inserieren. Dies ist aber absolut übertrieben und könnte von dem einen oder anderen Chef falsch verstanden werden. Die Faustregel lautet, dass Sie ca. 0,5% des angestrebten Jahresgehaltes für eine regionale und 1% für eine überregionale Anzeige, wie in der FAZ, investieren sollten.Â
Socialising
Im Marketing gibt es einen Fachbegriff für diejenigen, die auf jeder Party zu sehen sind und sich mit vielen Leuten unterhalten. Neben der Tatsache, dass man eine Menge Spaß hat, lernt man auch viele Menschen kennen. Im übertragenen Sinn heißt das, dass Sie Kontakte machen. Es ist kein Geheimnis, dass Menschen, die viele gute Kontakte haben, sich mit der Karriere leichter tun. Die guten Stellen werden häufig unter der Hand vergeben, weil der eine einen kennt, der die entsprechende Qualifikation hat. Die Mehrheit verfügt allerdings nicht über diese Kontakte in der notwendigen Breite. Das Problem können Sie zwar nicht kurzfristig lösen, aber für die Zukunft sollten Sie Ihr Leben in der Weise verändern, dass Sie ein Networker werden. Die Aktivitäten sollten, egal was Sie machen, sich immer um Networken und Socialisen bewegen. Besuchen Sie Visitenkartenparties und lernen neue Leute kennen. Je größer Ihr Netzwerk ist, um so leichter entwickeln Sie sich auf Ihrem beruflichen Weg. Sie bleiben kürzer arbeitslos, bekommen die besseren Stellen und machen schneller Karriere. Viele Networker sortieren Ihre Kontakte, indem Sie Beziehungen aus verschiedenen Gründen nicht pflegen. Mag sein, dass der eine Bekannte von der Party keine leitende Position hat, oder sogar arbeitslos ist. Vielleicht ist es gerade aber derjenige, der über gute Kontakte verfügt und Sie vermitteln kann. Besitzen Sie keine falsche Arroganz, manchmal haben die kleinsten Fische die besten Kontakte, weil sie so klein sind und auch unterschätzt werden.Bis Sie die entsprechenden Kontakte haben, müssen Sie sich mit dem Vorhandenen abfinden. Das sind in der Regel Ihre Familie, Ihre Bekannte, Ihre langjährigen Freunde, ehemalige Arbeitskollegen, sollten Sie im Verein oder Interessengemeinschaften aktiv sein, haben Sie hier noch weiteres Potenzial. Ein Arbeitsangebot anzugeben, ist den meisten Menschen eher peinlich, zumal wenn die Suche länger als sechs Monate dauert. Diese Bescheidenheit kann fatale Folgen haben. Verschweigen Sie Ihrem Umfeld, dass Sie Arbeitssuchender sind, wird Ihnen auch keiner einen Job anbieten. Ärgerlich, wenn die Traumstelle zu vergeben war. Also, fangen Sie mit der Publikation an, bevor Sie arbeitslos sind, also am Tag der Kündigung. Dann können Sie sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis bewerben, was immer einen besseren Eindruck hinterlässt.  Die meisten Kontakte geschehen rein zufällig, daher ist es wichtig, dass Sie sich unter die Menschen mischen, um Fortuna zu Ihrem Vorteil ausnutzen zu können. Stellen Sie Fragen, wenn Sie neue Leute treffen. Fragen Sie nach Gemeinsamkeiten, Hobbys oder beruflichem Werdegang. Für Studenten/Absolventen gibt es einen besonderen Weg, für sich zu werben. Jedes Jahr im Herbst findet ein Absolventenkongress statt. Viele Unternehmen nutzen diese Messe, um ihr Unternehmen vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. Es werden auf diesen Messen Adressen, Telefonnummern und Bewerbungsmappen ausgetauscht. Man sollte somit einige Kurzbewerbungen mitnehmen und seine Visitenkarten griffbereit haben. Auf solchen Messen ist es ratsam, wenn Sie sich zu jedem Unternehmen Notizen machen.Â
Soft Skills setzen mit dem Telefon!
Jeder Bewerber sollte - bevor er seine Bewerbung schreibt und versendet - den telefonischen Kontakt zu der Unternehmung suchen. Sie erhöhen je nach Gesprächsablauf Ihre Chance um bis zu 100%. Verwunderlich, dass nur 8% bis 10% diese Möglichkeit nutzen.Â
1.  Recherche
Wir haben im oberen Absatz über Informationssuche zu dem Unternehmen gesprochen. Ein Telefonat sollte nicht dazu dienen, dass Sie den Personaler ausfragen, wie das Unternehmen aufgestellt ist, aber Sie erfahren vielleicht die eine oder andere Information. Große Unternehmen verfügen auch über Pressemappen, die sie verschicken. Diese werden übrigens auch auf Messen ausgegeben.Â
2. Nachhaken
Gute Unternehmen versenden innerhalb der ersten drei Wochen eine Eingangsbestätigung. In den meisten Fällen wird darauf hingewiesen, dass die Bewerbung eingegangen ist und sich das Bewerbungsverfahren etwas verzögert. Je nachdem wann Sie die Eingangsbestätigung erhalten haben, können Sie zwischen der vierten und sechsten Woche den Kontakt suchen und sich erkundigen, welchen Status das Bewerbungsverfahren hat. Dabei steht die Freundlichkeit immer an oberster Stelle. Eine verärgerter Stimmung ist selbst nach einer langen Zeit immer unangemessen und unprofessionell.Â
3. Die Absage
Aus jedem Fehler kann man lernen. Hochkarätige Manager behaupten, dass nur die Leute Karriere machen, die sehr viele Fehler gemacht haben. Je höher die Position, um so mehr Fehler haben die bestreffenden Personen gemacht. Führenden Managern wird nachgesagt, dass die Folgen der Fehler weitreichender waren, je höher ihre Position war. Versuchen Sie, eine Absage nicht persönlich zu nehmen und ziehen Sie so viel positives heraus, wie irgendwie möglich. Dann hat diese vermeintliche Niederlage einen sinnvollen Effekt. Jeden Fehler, der Ihnen einmal wiederfahren ist, wird Sie davor bewahren, ihn noch einmal zu machen. Erfahrungsgemäß sind die folgenden Bewerbungen nicht nur erfolgreicher, auch ist in vielen Fällen auch das Arbeitsfeld interessanter. Man wählt einfach bewusster die Arbeitsstelle aus, wenn man sich einige Zeit mit der Materie beschäftigt hat.Nehmen Sie sich einfach die Bewerbung noch einmal vor, analysieren Sie die Bewerbung mit den Erkenntnissen, die Sie aufgrund des Gelernten und des Erfahrenen gemacht haben und starten Sie hochmotiviert einen erneuten Versuch.Â
Das Stress-Interview
Bewerber, die sich bevorzugt in kleineren Unternehmen bewerben, werden vielleicht nicht die Gelegenheit bekommen, ein Stressinterview führen zu müssen. Das heißt nicht, dass diese Situation ausgeschlossen ist. Alle anderen Bewerber sollten sich darauf jedoch gut vorbereiten. In jedem Gespräch mit dem Personalmanager sollten Sie hell wach und extrem aufmerksam sein. Gute Personaler neigen dazu, Ihre Schwächen finden zu wollen. Wetten, Sie finden welche? Das ist allerdings nicht die Frage, die Frage ist viel mehr, wie viele Makel Sie preis geben.Klären wir doch allerdings erst einmal, auf welche Attacken Sie sich einstellen sollten. Gehören Sie zu den Bewerbern, die im Gegensatz zu Ihren Kommilitonen direkt nach der Schule studiert haben? Selbst im Studium waren Sie diszipliniert und sind in der Regelzeit oder schneller fertig gewesen? Glückwunsch, Sie sind der Idealkandidat! Doch kann es sein, dass Sie sich Anspielungen auf Ihr Alter gefallen lassen müssen, Ihre Frisur kritisiert wird, und bevor Sie wutschnaubend den Raum verlassen, oder dem Gegenüber die Meinung sagen können, tituliert man Ihren Anzug als Karnevalskostüm mit einer Clownskrawatte. Sie denken gerade, dass alles frei erfunden ist? Weit gefehlt, diese persönlichen Angriffe sind Teil des Interviews. Nun kommt es darauf an, dass Sie diesem Psychotrick nicht erliegen. Durch ein paar pfiffige Antworten nehmen Sie elegant dem Gegenüber den Wind aus den Segeln und punkten entscheidend.Einige Personaler testen Ihre Bewerber nicht nur auf der fachlichen Ebene, sondern auch auf menschliche Gesichtspunkte. Können Sie mit Kritik umgehen, haben Sie Selbstvertrauen, wie reagieren Sie, wenn Sie unter Zeitdruck stehen, sind Sie in der Lage Fehler einzugestehen, manche simulieren Situationen, bei denen Sie nicht gewinnen können. Versicherungskonzerne greifen gern darauf zurück. Auch das Stressinterview beginnt ganz normal und harmlos, ein paar auflockernde Worte, um die Anspannung aus dem Gespräch nehmen. Nach drei bis fünf Minuten wird aus dem lockeren Gespräch unter Umständen eine psychologische Folter. Neben den schon zuvor erwähnten Beleidigungen neigen einige Personalleiter zu provokanten Behauptungen, die kaum Grenzen kennen. Gerade diejenigen Bewerber, die sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen, werden die eine oder andere Überraschung erleben. Man wird Ihnen das Wort im Munde umdrehen und Ihre Rechtfertigungen bewusst falsch verstehen. Eine gemeine Strategie, um Sie aus der Fassung zu bringen. Dabei ist es so wichtig, dass Sie die Ruhe bewahren und Grenzen stecken. Ziehen Sie sich auf keinen Fall in Ihr Scheckenhaus zurück, aber laufen Sie auch nicht los, wie ein wildgewordener Stier. Bleiben Sie neutral, freundlich aber auf jeden Fall bestimmt. Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen. Stecken Sie ganz klar Grenzen, wenn diese überschritten sind. Behauptungen, die nicht kausal begründet sind oder nicht der Wahrheit entsprechen, können Sie auch gern mit einer Gegenfrage kommentieren. Allerdings sollten Sie niemals den Fehler begehen und sich rechtfertigen. Jemand, der sich rechtfertigt, hat auch etwas zu verbergen. Sie haben aber nichts zu verbergen. Antworten Sie kurz und knapp, freundlich und nett. Lange Erklärungen und Ausführungen geben auch Gelegenheiten für verknüpfende Fragen. Unter Umständen könnte sich hieraus auch eine unangenehme Situation entwickeln. Auf falsche Behauptungen können Sie reagieren, indem Sie auf eine subjektive Wahrnehmung hinweisen, oder dass man diese Auffassung nicht nachvollziehen kann, wie sich denn dieser Eindruck begründen lässt. Seien Sie kreativ in Ihrer Reaktion, indem Sie den Ball freundlich zurück werfen. Grenzen setzen mag dem einen oder anderen Bewerber als unangemessen erscheinen, da man sich um einen Job bewirbt. Dies ist grundsätzlich richtig, aber Sie bieten auch Ihre Arbeitskraft an, die der Stellenanbieter sucht. Somit besteht ein Abhängigkeitsverhältnis. Des weiteren gelten Menschen, die Grenzen stecken als selbstbewusst und durchsetzungsstark. Dies ist gerade für Bewerber, die sich auf eine Führungsposition bewerben eine wichtige Eigenschaft. Andere Personalmanager lieben es den Bewerber durch eine bildhafte Berglandschaft zu führen. Kurze Einführung, Provokation und dann minutenlanges Schweigen und der Blick in Ihre Augen. Tipp, wer zuerst weg schaut hat verloren, ein altes aber beliebtes Spiel, was im Vorfeld Übung bedarf. Verkrampfen Sie aber nicht vor Ihrem Gegenüber. Ihr Gegenüber ist übrigens auch ein gutes Stichwort. Sofern Sie das Gespräch in einem Konferenzraum führen und freie Platzwahl haben, wählen Sie einen Platz mit Blick auf die Tür. Damit haben Sie jederzeit Überblick über die Geschehnisse im Raum. Allerdings werden Sie wahrscheinlich selten in die Situation kommen, den Platz frei wählen zu dürfen. Abschließend werden wir noch einmal einige wichtige Punkte zusammenfassen, die Sie im persönlichen Gespräch mit dem Personaler beachten sollten.Â
Tipps für das persönliche Bewerbergespräch
Bewahren Sie in jeder Situation die Ruhe!Hören Sie genau zu!Stellen Sie Fragen, wenn Sie die Meinung nicht teilen können, wer fragt, der führt! Werden Sie nie persönlich, auch wenn Ihnen dies wiederfahren ist! Machen Sie kurze Pausen, bevor Sie antworten, damit verschaffen Sie sich Zeit!Halten Sie Augenkontakt!Sitzen Sie aufrecht!Verkrampfen Sie nicht beim Sitzen!Setzen Sie Grenzen, wenn es persönlich wird!Private Fragen sind nicht relevant und brauchen nicht beantwortet werden, sofern Sie nicht unabdingbar für Ihren zukünftigen Job sind!Die Tipps sind kein Garant für eine Einstellung, aber Sie verbessern Ihre Chance in die engere Wahl zu kommen. Sie entsinnen sich, letztlich bestimmt nicht Ihre fachliche Kompetenz, sondern die Anzahl der Parameter der emotionalen Übereinstimmungen.Â








