Socialising

Im Marketing gibt es einen Fachbegriff für diejenigen, die auf jeder Party zu sehen sind und sich mit vielen Leuten unterhalten. Man hat eine Menge Spaß und lernt man auch viele Menschen kennen. Im übertragenen Sinn heißt das, dass sie Kontakte machen.

Es ist kein Geheimnis, dass Menschen mit vielen guten Kontakten, es sich mit der Karriere leichter tun. Die guten Stellen werden häufig unter der Hand vergeben, weil man einfach jemanden mit entsprechenden Qualifikationen kennt. Man lässt gewissermaßen Kontakte spielen. Die Mehrheit verfügt allerdings nicht über diese Kontakte in der notwendigen Breite. Das Problem kann man zwar nicht kurzfristig lösen, aber als Networker lässt es sich einfacher leben. Der Besuch von Visitenkartenparties bietet eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Je größer das entstandene Netzwerk, um so einfacher bieten sich Chancen und Möglichkeiten für den beruflichen Weg. Ein Networker bleibt selten lange arbeitslos, bekommt die besseren Stellen und macht so schneller Karriere. Viele Networker sortieren Ihre Kontakte, indem sie Beziehungen aus verschiedenen Gründen nicht pflegen oder eben besser pflegen. Mag sein, dass der eine Bekannte von der Party keine leitende Position hat,  oder sogar arbeitslos ist. Vielleicht ist es gerade aber derjenige, der über gute Kontakte verfügt und Sie vermitteln kann.

Falsche Arroganz ist fehl am Platz. Manchmal haben die kleinsten Fische die besten Kontakte, weil sie so klein sind und auch unterschätzt werden. Bis man die entsprechenden Kontakte zusammen hat, muss das Vorhandene genügen. Das sind in der Regel Familie, Bekannte, langjährige Freunde, ehemalige Arbeitskollegen. Die Aktivität in Vereinen oder Interessengemeinschaften, bietet zusätzlich die Möglichkeit Kontakte aufzubauen. Ein Arbeitsangebot anzugeben, ist den meisten Menschen eher peinlich, besonders wenn die Suche länger als sechs Monate dauert. Diese Bescheidenheit kann fatale Folgen haben. Dem Umfeld sollte man also nicht verschweigen, dass man Arbeitssuchender ist, sonst wird auch kein Job angeboten. Ärgerlich, wenn der Traumjob einem durch die Lappen geht. Also, fängt man mit der Publikation an, sobald es zur Arbeitslosigkeit kommt, also am Tag der Kündigung. Dann kann man sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis bewerben, was immer einen besseren Eindruck hinterlässt.  

Die meisten Kontakte geschehen rein zufällig, daher ist es wichtig, dass Sie sich unter die Menschen mischen, um Fortuna zu Ihrem Vorteil ausnutzen zu können. Stellen Sie Fragen, wenn Sie neue Leute treffen. Fragen Sie nach Gemeinsamkeiten, Hobbys oder beruflichem Werdegang. Für Studenten/Absolventen gibt es einen besonderen Weg, für sich zu werben. Jedes Jahr im Herbst findet ein Absolventenkongress statt. Viele Unternehmen nutzen diese Messe, um ihr Unternehmen vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. Es werden auf diesen Messen Adressen, Telefonnummern und Bewerbungsmappen ausgetauscht. Man sollte somit einige Kurzbewerbungen mitnehmen und seine Visitenkarten griffbereit haben. Auf solchen Messen ist es ratsam, wenn Sie sich zu jedem Unternehmen Notizen machen. 
Soft Skills setzen mit dem Telefon!
Jeder Bewerber sollte - bevor er seine Bewerbung schreibt und versendet - den telefonischen Kontakt zu der Unternehmung suchen. Sie erhöhen je nach Gesprächsablauf Ihre Chance um bis zu 100%. Verwunderlich, dass nur 8% bis 10% diese Möglichkeit nutzen. 
1.  Recherche

Wir haben im oberen Absatz über Informationssuche zu dem Unternehmen gesprochen. Ein Telefonat sollte nicht dazu dienen, dass Sie den Personaler ausfragen, wie das Unternehmen aufgestellt ist, aber Sie erfahren vielleicht die eine oder andere Information. Große Unternehmen verfügen auch über Pressemappen, die sie verschicken. Diese werden übrigens auch auf Messen ausgegeben. 

2. Nachhaken
Gute Unternehmen versenden innerhalb der ersten drei Wochen eine Eingangsbestätigung. In den meisten Fällen wird darauf hingewiesen, dass die Bewerbung eingegangen ist und sich das Bewerbungsverfahren etwas verzögert. Je nachdem wann Sie die Eingangsbestätigung erhalten haben, können Sie zwischen der vierten und  sechsten Woche den Kontakt suchen und sich erkundigen, welchen Status das Bewerbungsverfahren hat. Dabei steht die Freundlichkeit immer an oberster Stelle. Eine verärgerter Stimmung ist selbst nach einer langen Zeit immer unangemessen und unprofessionell. 

3. Die Absage
Aus jedem Fehler kann man lernen. Hochkarätige Manager behaupten, dass nur die Leute Karriere machen, die sehr viele Fehler gemacht haben. Je höher die Position, um so mehr Fehler haben die bestreffenden Personen gemacht. Führenden Managern wird nachgesagt, dass die Folgen der Fehler weitreichender waren, je höher ihre Position war. Versuchen Sie, eine Absage nicht persönlich zu nehmen und ziehen Sie so viel positives heraus, wie irgendwie möglich. Dann hat diese vermeintliche Niederlage einen sinnvollen Effekt. Jeden Fehler, der Ihnen einmal wiederfahren ist, wird Sie davor bewahren, ihn noch einmal zu machen. Erfahrungsgemäß sind die folgenden Bewerbungen nicht nur erfolgreicher, auch ist in vielen Fällen auch das Arbeitsfeld interessanter. Man wählt einfach bewusster die Arbeitsstelle aus, wenn man sich einige Zeit mit der Materie beschäftigt hat.Nehmen Sie sich einfach die Bewerbung noch einmal vor, analysieren Sie die Bewerbung mit den Erkenntnissen, die Sie aufgrund des Gelernten und des Erfahrenen gemacht haben und starten Sie hochmotiviert einen erneuten Versuch. 

Das Stress-Interview
Bewerber, die sich bevorzugt in kleineren Unternehmen bewerben, werden vielleicht nicht die Gelegenheit bekommen, ein Stressinterview führen zu müssen. Das heißt nicht, dass diese  Situation ausgeschlossen ist. Alle anderen Bewerber sollten sich darauf jedoch gut vorbereiten.  In jedem Gespräch mit dem Personalmanager sollten Sie hell wach und extrem aufmerksam sein.

Gute Personaler neigen dazu, Ihre Schwächen finden zu wollen. Wetten, Sie finden welche? Das ist allerdings nicht die Frage, die Frage ist viel mehr, wie viele Makel Sie preis geben.Klären wir doch allerdings erst einmal, auf welche Attacken  Sie sich einstellen sollten. Gehören Sie zu den Bewerbern, die im Gegensatz zu Ihren Kommilitonen direkt nach der Schule studiert haben? Selbst im Studium waren Sie diszipliniert und sind in der Regelzeit oder schneller fertig gewesen? Glückwunsch, Sie sind der Idealkandidat! Doch kann es sein, dass Sie sich Anspielungen auf Ihr Alter gefallen lassen müssen, Ihre Frisur kritisiert wird, und bevor Sie wutschnaubend den Raum verlassen, oder dem Gegenüber die Meinung sagen können, tituliert man Ihren Anzug als Karnevalskostüm mit einer Clownskrawatte. Sie denken gerade, dass alles frei erfunden ist? Weit gefehlt, diese persönlichen Angriffe sind Teil des Interviews. Nun kommt es darauf an, dass Sie diesem Psychotrick nicht erliegen. Durch ein paar pfiffige Antworten nehmen Sie elegant dem Gegenüber den Wind aus den Segeln und punkten entscheidend.

Einige Personaler testen Ihre Bewerber nicht nur auf der fachlichen Ebene, sondern auch auf menschliche Gesichtspunkte. Können Sie mit Kritik umgehen, haben Sie Selbstvertrauen, wie reagieren Sie, wenn Sie unter Zeitdruck stehen, sind Sie in der Lage Fehler einzugestehen, manche simulieren Situationen, bei denen Sie nicht gewinnen können. Versicherungskonzerne greifen gern darauf zurück.  Auch das Stressinterview beginnt ganz normal und harmlos, ein paar auflockernde Worte, um die Anspannung aus dem Gespräch  nehmen. Nach drei bis fünf Minuten wird aus dem lockeren Gespräch unter Umständen eine psychologische Folter. Neben den schon zuvor erwähnten Beleidigungen neigen einige Personalleiter zu provokanten Behauptungen, die kaum Grenzen kennen. Gerade diejenigen Bewerber, die sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen, werden die eine oder andere Überraschung erleben. Man wird Ihnen das Wort im Munde umdrehen und Ihre Rechtfertigungen bewusst falsch verstehen. Eine gemeine Strategie, um Sie aus der Fassung zu bringen. Dabei ist es so wichtig, dass Sie die Ruhe bewahren und Grenzen stecken. Ziehen Sie sich auf keinen Fall in Ihr Scheckenhaus zurück, aber laufen Sie auch nicht los, wie ein wildgewordener Stier. Bleiben Sie neutral, freundlich aber auf jeden Fall bestimmt. Sie müssen sich nicht alles gefallen lassen. Stecken Sie ganz klar Grenzen, wenn diese überschritten sind. Behauptungen, die nicht kausal begründet sind oder nicht der Wahrheit entsprechen, können Sie auch gern mit einer Gegenfrage kommentieren. Allerdings sollten Sie niemals den Fehler begehen und sich rechtfertigen. Jemand, der sich rechtfertigt, hat auch etwas zu verbergen. Sie haben aber nichts zu verbergen.

Antworten Sie kurz und knapp, freundlich und nett. Lange Erklärungen und Ausführungen geben auch Gelegenheiten für verknüpfende Fragen. Unter Umständen könnte sich hieraus auch eine unangenehme Situation  entwickeln. Auf falsche Behauptungen können Sie reagieren, indem Sie auf eine subjektive Wahrnehmung hinweisen, oder dass man diese Auffassung nicht nachvollziehen kann, wie sich denn dieser Eindruck begründen lässt. Seien Sie kreativ in Ihrer Reaktion, indem Sie den Ball freundlich zurück werfen. Grenzen setzen mag dem einen oder anderen Bewerber als unangemessen erscheinen, da man sich um einen Job bewirbt. Dies ist grundsätzlich richtig, aber Sie bieten auch Ihre Arbeitskraft an, die der Stellenanbieter sucht. Somit besteht ein Abhängigkeitsverhältnis. Des weiteren gelten Menschen, die Grenzen stecken als selbstbewusst und durchsetzungsstark. Dies ist gerade für Bewerber, die sich auf eine Führungsposition bewerben eine wichtige Eigenschaft. Andere Personalmanager lieben es den Bewerber durch eine bildhafte Berglandschaft zu führen. Kurze Einführung, Provokation und dann minutenlanges Schweigen und der Blick in Ihre  Augen. Tipp, wer zuerst weg schaut hat verloren, ein altes aber beliebtes Spiel, was im Vorfeld Übung bedarf. Verkrampfen Sie aber nicht vor Ihrem Gegenüber. Ihr Gegenüber  ist übrigens auch ein gutes Stichwort. Sofern Sie das Gespräch in einem Konferenzraum führen und freie Platzwahl haben, wählen Sie einen Platz mit Blick auf die Tür. Damit haben Sie jederzeit Überblick über die Geschehnisse im Raum. Allerdings werden Sie wahrscheinlich selten in die Situation kommen, den Platz frei wählen zu dürfen. Abschließend werden wir noch einmal einige wichtige Punkte zusammenfassen, die Sie im persönlichen Gespräch mit dem Personaler beachten sollten. 

Tipps für das persönliche Bewerbergespräch
Bewahren Sie in jeder Situation die Ruhe!Hören Sie genau zu!Stellen Sie Fragen, wenn Sie die Meinung nicht teilen können, wer fragt, der führt! Werden Sie ne persönlich, auch wenn Ihnen dies wiederfahren ist! Machen Sie kurze Pausen, bevor Sie antworten, damit verschaffen Sie sich Zeit!Halten Sie Augenkontakt!Sitzen Sie aufrecht!Verkrampfen Sie nicht beim Sitzen!Setzen Sie Grenzen, wenn es persönlich wird!Private Fragen sind nicht relevant und brauchen nicht beantwortet werden, sofern Sie nicht unabdingbar für Ihren zukünftigen Job sind!Die Tipps sind kein Garant für eine Einstellung, aber Sie verbessern Ihre Chance in die engere Wahl zu kommen. Sie entsinnen sich, letztlich bestimmt nicht Ihre fachliche Kompetenz, sondern die Anzahl der Parameter der emotionalen Übereinstimmungen.  

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