Pflichtpraktika
Ein Praktikum
Die Abiturprüfungen finden in den meisten Bundesländern im Frühjahr, meist März bis Juni, statt. Hat man sich zu einem Studium entschlossen, so bleibt einem bis zum Semesterbeginn noch eine geraume Spanne an Zeit. Viele nutzen diese, um erst einmal in Urlaub zu fahren, durch Nebentätigkeiten etwas hinzuzuverdienen oder auch die bestandene Reifeprüfung ausgiebig zu feiern. Alles kein Problem, es sei denn, man muss vor Beginn des Studiums bereits ein Praktikum absolviert haben. Denn dann sollte man diese Zeit unbedingt dazu nutzen, genau dieses Praktikum zu machen.
Warum ein Pflichtpraktikum?
In vielen Studienfächern/Studienfächern tritt der Student im Verlauf seines Studiums ein oder mehrere Praxissemester an, welche dazu dienen, bereits erworbene theoretische Kenntnisse zu vertiefen und im Berufsleben zu erproben. Für eine ganze Reihe von Studiengängen wird jedoch verlangt, bereits vor Studienbeginn ein fachorientiertes Praktikum abzuleisten. Ohne den entsprechenden Nachweis ist eine Einschreibung und somit die Zulassung in dem gewünschten Fach nicht möglich. Solch ein Vorpraktikum ist dazu da, vor Beginn des Studiums Einblicke in die zukünftige Berufsbranche zu gewinnen. Es Kenntnisse gewonnen und Fähigkeiten erlernt, die für die Aufnahme des Studiums von Nöten sind. Zum einen kann sich der Praktikant so versichern, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und seine Entscheidung zu festigen. Und dann ist dieses Praktikum natürlich die Grundlage für das folgende Studium, da die Hochschulen ihren Unterricht und ihre Lehre auf den erlernten Grundlagen aufbauen. Die Erfahrung in der Praxis hilft häufig, der Theorie mit einem besseren Verständnis entgegenzutreten, da viele Dinge bekannt sind und immer wieder auftauchen werden.
Auch wenn es Pflicht ist: Das Praktikum sollte nicht als Muss gesehen werden. Es sollte nicht willkürlich, sondern gezielt und überlegt gewählt werden. Ein Praktikum zu finden, welches dem Studenten den benötigten Nachweis zur Vorlage erbringt, ist sicher nicht schwer zu finden. Entscheidend ist, dass in dem Praktikum Kenntnisse über das Soll hinaus vermitteln werden können und sich somit neue Chancen ergeben. Vielleicht kann man sich ja bereits eine Option auf weitere Praktika oder eine Nebentätigkeit zum Studium sichern und gute Kontakte knüpfen?
Für welche Studiengänge brauche ich den Nachweis eines Vorpraktikums?
Nicht für alle Studiengänge und nicht an allen Hochschulen ist ein Vorpraktikum ein Muss. An Fachhochschulen, deren Schwerpunkt auf der praxisnahen Lehre liegt, ist es jedoch für fast alle Studiengänge zum Standard geworden. Wird in anderen Bereichen wie Sport und Kunst die Eignung des Studenten durch Aufnahmeprüfungen und Auswahlgespräche festgestellt, so sind es in den Bereichen Medien, Design, Technik und Wirtschaft die Praktika, die für die Hochschulen sicherstellt, den interessiertesten und motiviertesten Studenten ihren Studienplatz zu sichern. Auch in den Fächern Medizin sowie in sozialen Fächern wie soziale Arbeit oder Pädagogik ist ein Praktikum erwünscht. Ob das Studienfach ein Vorpraktikum verlangt, kann einfach bei der Studienberatung erfragt oder auf den Homepages der Hochschulen eingesehen werden.
Gezielt bewerben!
Am besten ist, man erstellt sich einen genauen Zeitplan. Auch wenn die Zeit zwischen Abiturprüfung und Semesterbeginn lang erscheint, so ist es doch am besten, dass man sich schon vor den Prüfungen um eine Praktikumsstelle bemüht. Je früher man sich bewirbt, desto mehr Auswahl an Unternehmen hat man und desto wahrscheinlicher ist dann auch die Zusage des Wunschunternehmens. Für Praktika jeglicher Art sollte man mit einer Vorlaufzeit von mindestens drei Monaten rechnen, bei Auslandspraktika sollte man sich noch mehr Zeit einplanen, mindestens 4-5 Monate. In der zeitlichen Kalkulation muss man die Recherche nach geeigneten Stellen, die Bewerbungsphase mit Rücklauf sowie die Vorstellungstermine berücksichtigen. Die meisten Praktika schreiben eine Dauer von 6-8 Wochen, es kann auch sein, dass eine Dauer von 3 Monaten erwünscht ist. In der Regel muss das Praktikum vor Beginn des Studiums komplett abgeleitet sein; nur in wenigen Fällen zeigt eine Hochschule hier Toleranz. In Rücksprache kann es immer wieder sein, dass dem Student gewährt wird, 60 Prozent vorab zu leisten und den Rest auf einen späteren Termin zu legen. Auch für Zivil- oder Wehrdienstleistende gilt an vielen Hochschulen eine besondere Regelung, da oft die freie Zeit bis zum Semesterstart nicht ausreicht, ein Praktikum über die geforderte Zeit zu machen. Wichtig: Wenn man sich entschlossen hat, ein Fach im sozialen Bereich zu belegen, so kann es sein, dass der Zivildienst, sofern dieser auch in einer sozialen Einrichtung erfolgte, anerkannt wird. Für FSJler (Teilnehmer freiwilliges soziales Jahr) gilt dasselbe. In vielen Fällen ist ein zusätzliches Praktikum dann gar nicht mehr nötig. Bei der Suche nach einer Praktikantenstelle ist der künftige Student meist auf sich selbst gestellt. Vorab sollte man die Bedingungen des Praktikums mit der Hochschule klären. Es kostet nichts, bei dieser Gelegenheit gleich Kontaktadressen zu erfragen. An vielen Universitäten gibt es auch interne Zeitschriften, Infoblätter oder Aushänge, die aktuelle Stellenausschreiben beinhalten oder darauf hinweisen. Auch der Kontakt zu Studenten, welche bereits ihr Praktikum hinter sich haben kann dienlich sein, vielleicht wird ein Unternehmen weiterempfohlen. Sollte dies alles ohne Erfolg bleiben, so stehen immer noch die Möglichkeiten der eigenen Recherche offen. Hierzu kann man sich im einfachsten Fall ein Branchenbuch zur Hand nehmen; Medium Nummer 1 bleibt das Internet: Hier gibt es nicht nur jede Menge Praktikumsbörsen, sondern man kann hier auch noch zusätzliche Informationen über die Unternehmen sammeln. So ist man bestens gewappnet, wenn es zum Vorstellungsgespräch kommt. Wenn man auch bei der Suche der Stelle nicht zu willkürlich handeln sollte, ganz so wählerisch darf man dann doch nicht sein. Da man als frischgebackener Abiturient keine Berufserfahrung vorweisen kann, sollte man sich flexibel zeigen. Viele Unternehmen setzen selbst bei Einsteigern gewisse Kenntnisse voraus, die sie entweder durch Eigeninitiative oder durch ein Schülerpraktikum haben könnten. Hier zählt einfach nur Ehrlichkeit. Wenn man die entsprechende Qualifikation noch nicht vorweisen kann, so sollte man gezielt auf sein Lernbereitschaft hinweisen. Wird ein Praktikum vergütet, so ist dies nur eine geringfügige Vergütung bzw. Aufwandsentschädigung, die dem Praktikanten meist Anfahrtskosten sichern soll. Hier darf man nicht zurückschrecken und sollte immer im Hinterkopf behalten, dass in vielen Unternehmen die Option eines Studentenjobs in Aussicht gestellt wird. Sollte das Geld dann doch trotz allem knapp werden: Es gibt Möglichkeiten im Bereich BAföG, die dem Student schon vor Beginn des Studiums finanziell fördern, solange dies ein Praktikum umfasst.








