Die Bahn gibt sich geschlagen

Nicht nur zahlreiche Minister und Kunden beschwerten sich bei der Bahn, auch Kanzlerin Merkelprotestierte und so verabschiedet die Bahn sich vom geplanten Bedienzuschlag für Schalterkunden. In einem Krisentreffen kippte der Konzernvorstand den Fahrkartenaufschlag. In einer Erklärung wurde bekannt, dass die DB am heutigen Freitag beschlossen hat, „keinen Zuschlag für den personenbedienten Verkauf einzugühren”. Am Vormittag versammelte sich der Bahn-Vorstand zu einer Krisensitzung. Es wurden jedoch keine Hintergründe genannt, die zu der Entscheidung geführt hatten.

Die geplante Einführung der Gebühr zum Fahrplanwechsel am 14.Dezember wurde nicht willkommen geheißen, Verbraucherschützer, Gewerkschaften und die Politik protestierten. Die Bahn-Spitze schlug zunächst noch eine Ausnahmeregelung für Senioren und Schwerbehinderte vor.

Die Bundesregierung jedoch, als 100-prozentiger Eigentümer der Bahn, drängte nach Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auch Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) für den Verzicht. Der CSU-Politiker wies darauf hin, dass Tarifstrukturen anderer europäischer Länder wie Österreich, Schweiz, Spanien und Niederlande etwa, kein Bedienzuschlag von den Kunden verlangt.

Entfernungsbedingt einen Bedienzuschlag von 2,50 Euro extra zu verlangen, würde zu erheblichen Preiserhöhungen im Regionalverkehr führen. Seehofer erinnerte weiterhin an die Rechtsprechung im Bankenbereich. „Schaltergebühren” hatte der Bundesgerichtshof bereits für unzulässig erklärt, aus diesem Grund seien die Vorschläge der Deutschen Bahn gänzlich abzulehnen. Seehofer betonte dann, dass die Idee, Ausnahmen für bestimmte Personengruppen aufzustellen, die grundsätzlichen Mängel des Vorschlages nicht löse.

Die „Welt” berichtet, dass auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Telefonat mit Bahnchef Hartmut Mehdorn „ihr Unbehagen über die Bedienzuschläge” zum Ausdruck brachte.

Durch die Gebühren würde die Bahn Zusatzeinnahmen von 60 Millionen Euro erwirtschaften. Ein Bahn-Insider aus dem Aufsichtsrat erklärte, dass dies zwar ein enormes Plus sei, doch bei einem Umsatz von über 30 Milliarden Euro ist der Verzicht zu verschmerzen.

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