China: Tote Babys durch verseuchtes Milchpulver
In China nimmt der Skandal um verseuchtes Milchpulver immer schlimmere Ausmaße an. Da die Nahrung mit der Chemikalie Melamin vermischt wurde starben schon drei Babys, über 6200 Säuglinge sind erkrankt.
Aus der Provinz Zhejiang in China wurde nun schon der dritte Todesfall gemeldet. In Gansu starben zuvor schon zwei Babys. Offiziell liegt die Zahl der betroffenen Kinder bei 6244, von diesen wurden 1327 schon ins Krankenhaus eingeliefert. Berichten zufolge, leiden 158 Babys besonders an schweren Nierenproblemen.
Um den Proteinanteil des Baby-Milchpulvers künstlich zu steigern, wurde es mit der Chemikalie Melamin verseucht. Inzwischen wurde Melamin schon in Produkten von 22 verschiedenen Herstellerfirmen entdeckt. Für alle betroffenen Sorten wurde nun von der Regierung ein Verkaufssopp erlassen.
14 Prozent bzw. 69 Lieferungen von 491 getesteten Fertigungsreihen wurden bei Untersuchungen beanstandet. Bei 109 Produzenten seien Proben genommen worden. Landesweit laufen mit rund 5000 Inspektoren in 1400 Ermittlungsteams, Untersuchungen in der Milchindustrie. Schon jetzt sind zahlreiche Milchhändler verhaftet worden und gestanden dabei, ihre Milch mit Melamin gepanscht zu haben.
Nicht nur der führende Hersteller Sanlu ist betroffen, auch bekannte Markennamen wie Mengniu, Yili, Yashili oder die Shanhaier Bright Dairy. Außerdem wurde Milchpulver auch exportiert.
Qualitätschef Li Changjiang berichtet das chinesische Unternehmen wie Yashili und Qingdao Suokang Milchpulver in Länder wie Jemen, Birma, Bangladesch, Garbon und Burundi esportiert haben. Wie die amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, wurden diese Produkte schon zurückgezogen.
Nachdem der Skandal zunächst noch vertuscht wurde, folgen nun auch erste personelle Konsequenzen. So wurde die Vorstandsvorsitzende und Parteichefin des Herstellers Sanlu in der Provinz Hebei, Tian Wenhua entlassen. Des Weiteren verlor auch der für die landwirtschaftliche Produktion verantwortliche Vizebürgermeister von Shijiazhuang seinen Posten. So auch zahlreiche Verantwortliche der Viehverwaltung, Nahrungs- und Arzneimittelaufsicht und einige Qualitätsinspektoren.








