Die Existenzgründung

Wer träumt nicht von Karriere, Ruhm und Erfolg?
Eben darum entscheiden sich viele für ein Studium und wollen dann, mit dem Hochschulabschluss in der Tasche, die Erfolgsleiter hinaufklettern. Weil es manchen nicht schnell genug gehen kann, kommt der Gedanke der Selbstständigkeit schon während des Studiums auf. Es bleibt allerdings nicht bloß bei einer Idee oder einem Traum. Träume sind ja immerhin da, um sie zu verwirklichen!

Persönliche Vorraussetzungen
Leider ist der Gedanke, dass Selbstständigkeit auch Reichtum mit sich bringt, weit verbreitet. Unterschätzt wird, wie viel Arbeit tatsächlich vor dem vermeintlichem Reichtum zu erledigen ist. Eine Garantie gibt es nicht und 40.000 Firmenpleiten in 2004 sprechen für sich.
Wer es trotzdem wagen will, sollte diese Eigenschaften parat halten:
- Ehrgeiz
- Einsatzbereitschaft
- Risikobereitschaft
- Belastbarkeit
- Berufliche Qualifikation, evtl. berufliche Erfahrung
- Kreativität
- Verantwortungsbewusstsein
- Führungsqualität
- Familiäre Unterstützung

Können diese Punkte mit “ja” beantwortet werden, ist der erste Schritt zur Selbstständigkeit getan.
Im zweiten Step gilt es sich folgende Fragen zu stellen:
- Reichen meine persönlichen und fachlichen Kenntnisse?
- Ist meine Markteinschätzungen objektiv?
- Sind meine Finanzen gesichert und ist mein Finanzplan realistisch?
- Ist das Risiko kalkulierbar?
- Handelt es sich überhaupt um eine gute Geschäftsidee?

Information und Beratung
Vor der Existenzgründung kann man sich mit Hilfe von Broschüren im Internet oder auf Gründungsveranstaltungen über die Chancen und Risiken informieren. Nach Möglichkeit sollte ein Gründungsseminar besucht werden und ein Berater der entsprechenden Verbände (IHK, HWK) hat sicherlich den ein  oder anderen Tip. Weitere kompetente Fachleute können zB. freie Unternehmens- und Steuerberater oder auch Rechtsanwälte und Notare sein.StandortanalayseBevor ein Unternehmen gegründet wird, sollte man sich einen Überblick darüber verschaffen, in welchem Umfang eine Standortanalyse für den Erfolg der Idee ausschlaggebend ist. Je nach Vorhaben ist ein Standort in der City sinnvoll. Unternehmenszweige, die eher das produzierende Gewerbe betreffen, sollten auf die teueren Standorte verzichten und an den Stadtrand, die günstigen Immobilien nutzen oder einen Bezug in den Gewerbegebieten der Stadt in Betracht ziehen. In vielen Fällen ist es gerade in der Anfangsphase auch möglich das Unternehmen von zu Hause aus zu betreiben, vielleicht im Keller der Eltern, aus einer Garage oder einfach vom Schreibtisch aus.In einigen Branchen muss man die Stadt in die Standortwahl mit einbeziehen. Möchte man sich, zum Beispiel in der Fernseh- oder Filmindustrie behaupten, so macht es Sinn sein Unternehmen in den Metropolen der Filmindustrie anzusiedeln. Die Konkurrenz ist groß, aber die Standortnähe zu den Auftraggebern kann sich vorteilhaft auswirken. Ein weiterer Aspekt ist die Prüfung der Konkurrenz. Wo hat sich die Konkurrenz angesiedelt? Welche Preispolitik wird in der Region gefahren? Stellt sich die Konkurrenz vielleicht als mögliche Synergiepartner dar? Natürlich benötigt man Personal, doch in der Start-up-Phase kann der “Chef” auch allein das Unternehemen führen. Je genialer die Geschäftsidee ist, desto einfacher wird es sein, einen Finanzier zu finden, der bei dem Aufbau des Unternehmens finanzielle Hilfe leistet oder mit guten Kontakten behilflich ist. Weitere Stellen sind der Bund, Förderprogramme, Länder oder aber Darlehen von Banken. Einen guten Steuerberater zu Rate zu ziehen, ist aber in jedem Fall hilfreich.

Die Formalitäten
Wer in Deutschland ein Unternehmen gründen möchte, muss sich zwangsläufig auch der deutschen Bürokratie unterwerfern. Je nach Unternehmensform müssen dem Notar, dem  Gewerbeamt, sowie ggf. dem Gesundheitsamt Besuche abgestattet werden. So meldet die Berufsgenossenschaft ihren Bedarf an, genauso wie unter Umständen die IHK. Viele fragen sich dann warum man der IHK Beiträge überweisen muss, obwohl  sie sich gar nicht bei dieser Institution gemeldet hat. Leider kann man dem nicht ausweichen, so dass früher oder später Beiträge zu zahlen sind. Es gibt jedoch auch Berufe, die nicht angemeldet werden müssen. Dazu gehören die so genannten freie Berufe wie der Arzt, der Künstler oder der Rechtsanwalt, solange diese nicht durch eine Rechtsform anmeldepflichtig werden. Des weiteren sind auch Land- und Forstwirte anmeldefrei.Genehmigungspflicht besteht trotz Gewerbefreiheit bei Gaststätten und Hotels. Es wird geraten,  sich vor der Realisierung der Pläne über besondere Genehmigungen zu informieren.

Sondertarife für Existenzgründer
Es gibt Starthilfen für Existenzgründer vom Staat. Zwar gibt es seit 2006 keine Ich –AGs mehr, diese werden nun Gründungszuschuss genannt, jedoch hat sich die staatliche Förderung kaum verändert.
So können Arbeitslose, die sich durch selbstständige Arbeit eine Existenz aufbauen möchten, weiterhin den Gründungszuschuss beantragen.

Voraussetzungen?
Um in den Genuss dieser Hilfestellung zu kommen, gilt die Vorraussetzung, arbeitslos zu sein, und die Anstellung darf nicht selbst gekündigt worden sein (sonst folgt eine Sperrfrist).
Zur Anforderung müssen diverse Formulare ausgefüllt werden und einen Businessplan erstellen. Dieser Businessplan muss dann etwa von der Handelskammer überprüft werden. Diese bewerten dann, ob die Idee ihres Unternehmens auch Chancen für die Zukunft hat. (Hilfe für die Erstellung des Businessplans : info@thierhoff-consulting.de)

Wie viel bekommt man?
Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem letzten Gehalt. Um genaueres zu erfahren muss man zur Bundesagentur für Arbeit gehen.­­
siehe: http://www.existenzgruender.de/