Studium ist harte Arbeit!

schreibtisch.jpg Studenten leiden häufig unter Depressionen und dem "Burnout"-Syndrom, das machen die Studentenwerke bekannt. Schuld daran sind die steigenden Anforderungen an Studenten. Der Alltag eines Medizinstudenten etwa, beginnt um 8 Uhr morgens mit einer Vorlesung und nimmt, nach Seminaren, Laborstunden und weiteren Vorlesungen, um halb neun endlich sein Ende. So verbringen Studierende nicht selten 80 bis 100 Stunden in der Woche mit Uni und Studium. Dabei machen Hochschulseelsorger bekannt, dass der Anteil der Studierenden, die durch den Stress unter psychischen Krankheiten leiden, gestiegen. Speziell seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist das vermehrt zu beobachten. Hochschulen und Studentenwerke melden selbst, wie die Zahlen der depressiven bzw. an dem Burnout-Syndrom leidenden Studenten wachsen. Dass die Studiengänge im Rahmen der Reformen, dem Schulunterricht ähneln, ist eine Erklärung für die Situation der Studierenden. Für diese bedeutet die Reform, mehr Vor- und Nachbereitungen treffen und die häufigere Teilnahme in Vorlesungen und Seminaren. Robert Lappy vom Erzbischöflichen Ordinariat München erinnert daran, dass Studierenden meist neben dem Studium sich auch den Lebensunterhalt verdienen müssen, in einigen Städten sind zudem z.B. die Mietkosten sehr hoch. Auch wenn es diese Schwierigkeiten auch vor der Reform gegeben hat, hat sich diese nun verschlimmert. Heiner Knapp, Psychologe von der Universität München, ist der Meinung, immer mehr Studenten würden krank werden, aufgrund der gesellschaftlichen Zwänge. Dabei stehen sie unter sehr hohem Leistungsdruck, um die gesellschaftlichen Vorgaben erfüllen zu können. Vergleicht man die Situation mit USA und Großbritannien, so fällt auf, dass auch dort die Studiengänge stark verschult sind, doch das Stipendienwesen Deutschland ist kaum ausgebaut worden. Zudem werden für Studenten nur wenig billige Wohnräume zur Verfügung gestellt. Von einem Studienkredit machen nur wenige Gebrauch, denn in Deutschland ist es nicht üblich, das Studium mit Schulden zu beenden. Lappy fordert die Politik auf, sich an den Ausbau des Stipendiensystems zu machen und dabei nicht allein die Elite im Blick zu haben. Auch "normale" Studenten sollten beachtet werden, da sie es oft am schwersten haben.
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