Studierende sind zufrieden
Studierende der Universitäten und Hochschulen äußern sich positiv über die Qualität des Studiums. Noch immer wünschen sie sich aber eine bessere Betreuung im Studium, bessere Unterstützung beim Übergang in den Beruf und insgesamt mehr Praxisbezug. Das geht aus dem 10. Studierendensurveys zu „Studiensituation und studentischen Orientierungen“ hervor, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veröffentlicht wurde. So erklärte die Bundesbildungsministerin Annette Schavan, dass Inhalte und Strukturen des Studiums positiv eingeschätzt werden. Besonders in diesen Gebieten sollen die Bemühungen der Länder und Hochschulen gesteigert werden.
Zu den Grundelementen der Studienqualität, also inhaltliche Qualität, Aufbau des Studiengangs, Durchführung der Lehrveranstaltung aber auch die Beratung und Betreuung durch die Lehrenden, überwiegen erstmals die positiven Bewertungen. Doch auch schneidet die Betreuung weniger gut ab. Die Bildungsministerin macht deutlich, dass der Bologna-Prozess wichtige Prozesse zum Laufen gebracht hat, mit der die Betreuung der Studierenden verbessert werden soll. Das „Augenmerk liegt auf der Qualität der Lehre“ erklärt sie, doch Länder und Hochschulen müssen an den Ansätzen festhalten.
Des Weiteren wird durch die Studie deutlich, dass die Studierenden darum bemüht sind ihr Studium effizienter zu gestalten, ob nun durch einen schnellen Studienablauf, eine gesteigerte Arbeitsintensität oder durch ein besonders gutes Examen. Weiterhin hat sich die geplante Studiendauer verkürzt. Fast vollständig lassen sich diese Punkte auf den hohen Zuwachs an Bachelor-Studiengängen zurückführen.
Auch wenn ein hoher Anteil an studierenden Frauen gezählt wurde, verfolgen die Studierenden traditionsgemäß die Studienfächer. Noch immer wählen weniger Frauen die MINT-Fächer, also weniger Studentinnen in den mathematischen, informationstechnischen, naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen. Das lässt sich auf die Wahl der Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe zurückführen, denn Leistungskurse schließen unmittelbar an das Studienfach an. Damit künftig mehr Frauen sich für die MINT-Fächer entscheiden, müssten die Mädchen in der Oberstufe schon mathematisch- und naturwissenschaftlichen Leistungskurse wählen.
Die Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zeigte aber auch, dass die „berühmte“ Schere des sozialen Hintergrundes beim Hochschulzugang sich geweitet hat. Schulen müssen demnach darauf achten, dass die Chance einen Schulabschluss zu erhalten, lediglich von den Leistungen des Schülers abhängen darf und nicht etwa von dessen sozialer Herkunft. Daher sollen leistungsstarke Kindern aus sozial schwachen Schichten und deren Eltern, eine aktive Unterstützung geboten werden, um den Zugang zur gymnasialen Oberstufe zu ermöglichen. Hierzu berichtete Bildungsministerin Annette Schavan, dass nun Jugendliche aller gesellschaftlichen Schichten für ein Studium an einer Hochschule motiviert werden sollen. Aus diesem Grund sollten die Zugangsbeschränkungen für ein Hochschulstudium überarbeitet werden und den Zugang zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu erhöhen. Die Ministerin erklärt, wie in aktuellen Studien zu sehen ist, dass das Studium die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist.
Rund 8 350 Studierende von Universitäten und Hochschulen haben im Wintersemester 2006/2007 an der Befragung beteiligt, auf die die Ergebnisse des Studierendensurveys basieren. Seit 25 Jahren liefern Forscher der Universität Konstanz, in dreijährigen Abständen Daten zum sozialen Profil der Studierenden. Damit auch Studienerwartungen und –strategien, sowie die beruflichen Aussichten und Arbeitsmarktreaktionen junger Absolventen.








