Studenten mit ADS

Den Unterricht stören sie, können sich nur schlecht konzentrieren und werden oft „Zappel- Philippe” genannt.

Den Unterricht stören sie, können sich nur schlecht konzentrieren und werden oft „Zappel- Philippe” genannt. Viele von diesen Schülern kämpfen auch später im Studium mit ADS. Therapeutische Hilfe für Studenten mit ADS ist selten, die Uni Köln bietet ihren Studenten Hilfe an.

Studierenden mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom fällt es sehr schwer ihr Studium auf die Reihe zu kriegen, denn die Krankheit hindert den Betroffenen daran, sich zu konzentrieren, er wird schnell abgelenkt und es fehlt an Aufmerksamkeit für das Tun. Für Studierende ist das fatal, denn selbst wenn sie sich selbst zum Lernen „zwingen” funktioniert es nicht immer.

In der Kölner ADS-Trainingsgruppe treffen sich wöchentlich eine kleine Zahl an Studierenden, die alle ähnliche Schwierigkeiten haben. Die Psychologin Hanna Raven untersucht in sechs Gruppensitzungen den Alltag der Kursteilnehmer und will den Studenten so Lösungsmöglichkeiten anbieten. Dabei stehen Zeit und Selbstmanagement im Mittelpunkt. Zunächst wird entschieden, was wichtig und was unwichtig ist. Anschließend können Zeitpläne und To-Do-Listen aufgestellt werden. Damit das System funktioniert muss genauso auch über das Pausenmanagement gesprochen werden, ohne Pause geht es nämlich nicht.

Während ADS- erkrankte Kinder durch ihre Unruhe und Zappeligkeit auffallen, zeigt sich bei Erwachsenen diese motorische Unruhe kaum noch. Dafür sind andere Symptome zu beobachten, die sich auch im Unialltag bemerkbar machen. Die Professoren kennen das, meist sind es recht kluge Studenten, die mit Engagement und Motivation bei der Sache sind. Doch dann können sie Termine nicht wahrnehmen, verschieben diese oder sind völlig unvorbereitet.

Schätzungen zufolge sind 3 bis 5 Prozent aller Erwachsenen am Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom erkrankt. In sämtlichen Bevölkerungsschichten tritt die Krankheit auf und ist in allen Studienfächern der Uni anzutreffen. Unter anderem wird ADS auf Störungen im Hirnstoffwechsel zurückgeführt. Um die Krankheit und den Konzentrationsmangel in den Griff zu bekommen gibt es Medikamente. Die Erfahrung zeigt aber, dass der Studienalltag nicht allein mit Tabletten bewältigt werden kann.

Das Kölner ADS Training soll den betroffenen Studierenden helfen, alte Verhaltensmuster die verschieden Probleme mit sich bringen zu erkennen und sich endlich von diesen zu befreien. Hanna Raven spricht in diesem Zusammenhang die negativen „Inneren Dialoge” an.

Wenn es zum Beispiel gilt, eine Aufgabe zu erfüllen und diese bereits ein wenig aufgeschoben wurde, sind die Gedankengänge eines Erkrankten sehr anstrengend. Schnell wechselt der „Innere Dialog” in Imperative, die denjenigen völlig erschöpfen. Das ständige und intensive Nachdenken bringt den Studierenden so dazu, sich hinzulegen und auszuruhen. Für die Aufgabe ist der Student dann erst recht nicht bereit.

Bislang haben an den ADS-Kursen der Heilpädagogischen Fakultät schon 50 Studierende teilgenommen. Zwei Mal pro Woche geben die Kursteilnehmer, Hanna Ravan in Fragebögen Auskunft darüber, welchen Einfluss und welche Veränderungen das Training auf ihren Alltag hat.

Die Psychologin hat in ihrer ersten Evaluation festgestellt, dass die Symptomatik der ADS-Erkrankten zurückgehen, besonders die Unaufmerksamkeit bekommen die Studierenden in Griff. In allen Fragebögen werden sie zur Alltagsbelastung befragt, Tätigkeiten vom Anfangen, Umsetzten bis hin zum Planen und sich orientieren, stellten die typischen Probleme dar und auch hier sind erfreuliche Verbesserungen festgestellt.

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