Neue Systeme
Mittlerweile ist es Gang und Gebe sich über das Internet für Seminare anzumelden.
Mittlerweile ist es Gang und Gebe sich über das Internet für Seminare anzumelden. An der Universität Bonn können die Studierenden sich über eine Plattform ihr Vorlesungsverzeichnis anschauen, sich für Kurse und Prüfungen anmelden, sich den eigenen Stundenplan zeigen lassen und genauso die Ergebnisse des letzten Semesters aufrufen. Die Hersteller sind sich sicher, das Onlinesystem erleichtert das Studium um einiges.
Im vergangenen Wintersemester hatten die Studierenden der Universität Köln jedoch eine andere Meinung. Dort wurde zu Anmeldung für Pädagogik-Veranstaltungen ein neues System namens Klips eingeführt. So konnten viele Studenten keinen Platz in ihrer Wunschveranstaltung erhalten und gaben das in der Lokalpresse bekannt. Die Projektkoordinatorin für IT in der Lehre, Christiane Büchter, macht deutlich, dass es kein Systemfehler sondern ein Verteilungsproblem war, denn dauernd wurde den Studierenden angezeigt, die Veranstaltung sei bereits überbelegt. An der Universität Köln belegen rund 10 000 Studierende die Pädagogik-Veranstaltungen, ihnen stehen zwei Seminare pro Semester zu. Zudem weist Büchter darauf hin, dass es nicht am System gelegen hat sondern an der mangelnden Kenntnis der Studierenden über das System.
Die Problematik in Köln ist auch anderen Hochschulen bekannt. In diese Onlinesysteme wird investiert aufgrund der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master. An einigen Hochschulen konnte sich die Zahl der Prüfungen deswegen sogar verzehnfachen. Der Studienbetrieb wäre ohne die Onlineverwaltung mit Sicherheit am Ende gewesen, zusätzlich müssen die Fakultäten ihr Lehrangebot aufeinander abstimmen. Beim Magister ist es zwar egal, in welcher Reihenfolge der Studierende die Veranstaltungen besucht, doch beim Bachelor muss die Hochschule dem Studierenden die Möglichkeit bieten, alle Veranstaltungen zu besuchen, die für bestimmte Module bzw. Prüfungen notwendig sind. Die verschiedenen Fakultäten müssen also ihre Studienordnung und die Vorlesungsverzeichnisse mit einander abgleichen. Damit die Online-Anmeldung funktionieren kann, muss dieser schwerfällige Aufwand betrieben werden. An der Universität Hamburg wurde aus diesem Grund bereits eine Stelle des Studiengangmanagers geschaffen, der speziell hierfür zuständig ist und sicher stellt, dass die angebotenen Studiengänge auch wirklich studierbar sind.
Trotzdem kann es dazu kommen, dass eine Bachelor-Studienordnung nicht richtig in, das Onlinesystem eingegeben wurde oder dass der komplette Server zusammenbricht. Manchmal ist es sogar der Fall, dass die Anmeldung zu einer Prüfung nicht durchgeführt werden kann obwohl die nötigen Vorraussetzungen dafür erfüllt werden. Meist werden derartige Probleme darauf zurück geführt, dass Daten einfach falsch eingegeben wurden.
Kritik zum Online-System wird meist das HIS in Hannover, das Hochschul-Informations-System, bei dem 230 Hochschulen Deutschlands zusammenarbeiten, weitergeleitet. Das System des Unternehmens wird von Hochschulen verwendet, die geringen Kosten sprechen für die HIS. Da es von Bund und Ländern unterstützt wird, hält sich die Lizenzgebühr niedrig. Ein derartiges HIS-System kostet im Jahr 2000 Euro, abhängig von der Studierendenzahl für die es verwendet werden soll.
Die Universität hat sich jedoch für ein Angebot eines HIS-Konkurrenten Datenlotsen entschieden. Das „Campus-Net” verbindet zahlreiche Funktionen, vereint alle Verwaltungsbereiche in einer Datenbank. Für alle Nutzer gibt es nur eine Oberfläche, für Studieninteressierte die sich bewerben, für Studierende, die sich dort ihr Zeugnis holen und auch für den Rektor, der seine Mitarbeiterzahl so im Blick hat.
Der Vertriebschef der Datenlotsen, Thomas Seidel macht deutlich, dass sich durch dieses System die Hochschulen steuern lassen. Mit der HIS verglichen ist dieser jedoch deutlich kostenintesiver, kleine Hochschulen kostet es circa 50 000 Euro. Größere Unis, wie die Universität Köln etwa, müssten bald zwei Millionen Euro dafür zahlen. Das Campus-Net wird von 18 Hochschulen verwendet.
Jetzt bemüht sich auch die HIS ein integriertes System zum Laufen zu bringen. Die Universität Karlsruhe hat schon eine „Entwicklungs- und Pilotierungspartnerschaft” der HIS-In-One unterschrieben. Hierbei werden sämtliche Funktionen vereint.








