Kredite schrecken ab
Sobald es in Deutschland darum geht, objektiv und subjektiv die Lage der Studenten festzuhalten
Sobald es in Deutschland darum geht, objektiv und subjektiv die Lage der Studenten festzuhalten, sind die Hannoveraner Studentenforscher bestens dafür geeignet. Oft sind die Ergebnisse der Studien aber sehr widersprüchlich. Das zeigte auch die neueste Untersuchung des Hochschulinformationssystem (HIS) die über die Nutzung der Studienkredite durchgeführt wurde.
Demnach sind ein Drittel der Studierenden nicht bereit sich das Studium durch einen Kredit zu finanzieren, sie lehnen diese Form der Finanzierung gänzlich ab. Zu selben Zeit befinden sich acht von zehn Studenten in einer finanziellen Lage, die okay ist. Auch wenn es den meisten Studierenden gut geht, sind sie selten entspannt dabei und Studienkredite sind nicht sehr beliebt.
Auch beim Thema Studiengebühren sind sich die Studierenden nicht einig. Während die eine Hälfte, der Meinung ist, man müsse sich an der Finanzierung des Studiums beteiligen, ist die andere Hälfte bzw. fast zwei Drittel der Auffassung, Bildung sei eine öffentliche Aufgabe und der Staat sollte die Finanzierung übernehmen. Die Unterschiede sind deutlich, doch gleichzeitig äußerst verwirrend. Machen die Forscher Fehler bei der Untersuchung oder sind es die Studierenden?
Aus der Befragung der Studierenden wurde deutlich, dass die Informiertheit über die Finanzierungsmöglichkeiten von der sozialen Herkunft der Studierenden abhängen. Bei der Befragung ergeben sich keine großen Unterschiede wie diese auf Fragen antworten.
Die Unterschiede finden sich nur bei der Frage, in wessen Verantwortung die Finanzierung des Studiums liegt. Für 17 Prozent der Studenten aus besserem Hause, war klar, dass es Aufgabe der Eltern ist, die Finanzierung des Studiums zu übernehmen. Von den Studierenden aus unteren sozialen Herkunftsgruppen, machten sich nur zwei Prozent von den Eltern abhängig. Das Interessante hierbei, selbst bei den oberen Zehntausend finden sich 11 Prozent Bafögempfänger.
Wenige Jahre nach der Einführung von Studienkrediten wurde festgestellt, dass zwischen 39 und 63 Prozent von staatlichen und privaten Krediten wissen. Ganze 68 Prozent haben sogar darüber nachgedacht, ihr Studium mit einem Kredit zu finanzieren. Doch nur sechs Prozent nutzen den Studienkredit tatsächlich.
Ein wenig paradox ist die Situation dennoch. Zwei Drittel der Studierenden arbeiten neben dem Studium. Sie investieren ihre Studienzeit in Nebenjobs, obwohl eine günstige Studienfinanzierung durch einen Kredit möglich ist. Kaum zu verstehen, denn nur 9 bis 14 Prozent fürchten sich davor, nach dem Studium den Kredit nicht zurückzahlen zu können.
Vier Fragen regen Studierende zum Nachdenken über Studienkredite an. Bei zwei Drittel sind die nichtausreichenden finanziellen Möglichkeiten der Eltern oder aber die Abhängigkeit von den Eltern ein Grund. Auch die niedrige Chance in Nebenjobs tätig zu werden und die Studiengebühren bringen Studierende zu Studiengebühren. Ist letztendlich die Angst vor der Studiengebühren genauso groß wie die Belastung durch die anderen Gründe? Um die komplexen Motive und Probleme der Studierenden verstehen zu können, müssen noch zahlreiche Umfragen durchgeführt werden.








