Frauenförderung
Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist der Meinung
Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist der Meinung, das deutsche Hochschulsystem biete den Wissenschaftlerinnen nur geringe Karrierechancen. So sollen forschungsorientierte Gleichstellungsstandards von den Hochschulen umgesetzt werden, man erhofft sich hierdurch mehr Frauenförderung. Kleiner war hier gegen eine Quote, die Belange der einzelnen Bereiche sollten im Vordergrund bleiben.
Die Verantwortlichen schlagen zunächst eine Tagesordnungsvorlage Anfang Juli vor, bei dieser Mitgliederversammlung wird es dann um forschungsorientierte Gleichstellungsstandards gehen. Für Unruhe habe man jedoch nicht gesorgt, denn schon die Hochschulkonferenz hatte im November 2006 den Gedanken, Frauen zu fördern geäußert. So auch die Allianz der Wissenschaftsorganisation, der Wissenschaftsrat, die Bundes-Länder-Kommission. Zusammen mit der DFG ist man sich sicher, dass es bei der Gleichstellung und Verbesserung der Chancen für Wissenschaftlerinnen noch viel getan werden muss. Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen erhalten mit den forschungsorientierten Gleichstellungsstandards eine Hilfestellung zur Umsetzung.
Bei diesen Standards geht es zum Einen darum, bei den personellen Gleichstellungsmaßnahmen eine wirklich personenbezogene Gleichstellung herzustellen. Das bedeutet, dass bei Nominierungen für Preise oder auch bei Benennung von Wissenschaftlern in Wettbewerben, gezielt darauf Acht zu geben, dass die Wissenschaftlerinnen nicht vergessen werden. Bei personenbezogenen Entscheidungen soll eine bessere Transparenz geschaffen werden. Bei dieser Maßnahme geht es darum eine wettbewerbs- und zukunftsfähige Personalentwicklung aufzubauen, so sollen im Fall von Mutterschutz und Elternzeit Vertretungsmittel bereitgestellt werden können. Derartige Maßnahmen werden schon seit langem von der DFG durchgeführt. Durch Forschungsförderungen konnten bisher zahlreiche Möglichkeiten geboten werden, die eine familienfreundliche Ausgestattung der Stipendienförderung ermöglicht. Bislang wurden Forschungsverbände unterstützt, doch nun soll es auch an den Hochschulen Unterstützung zu personellen Gleichstellungsmaßnahmen geben.
Seit Jahren schon achtet man auf Gleichstellungsaspekte bei Forschungsverbünden, Forschergruppen, Sonderforschungsbereiche usw. Allerdings ist es nicht das alleinige Kriterium das entscheidend ist und so auch nicht das Kriterium, das eine bessere oder schlechtere wissenschaftliche Qualität ausgleichen kann. Vielmehr wird es hinzugezogen wenn es um Vergleiche bei Hochschulen und Forschungseinrichtungen geht, was ihre Gleichstellung betrifft (werden Potenziale genutzt, die Wissenschaftlerinnen aufbringen?). Man hat schon jetzt Erfolge erringen können, denn schon im Rahmen der Exzellenzinitiative wurde auf die Gleichstellung hingewiesen, die Hochschulen haben die Situation erkannt und sind quasi „sensibilisiert” auf diesen Punkt.
Betrachtet man den Anteil der Wissenschaftlerinnen über die Qualifizierungsstufen hinweg und vergleicht diese international, fällt auf, dass zu Studienbeginn der Anteil noch ausgewogen ist. Doch mit steigender Qualifizierung über den Studienabschluss, Promotion, Habilitation und Professur sinkt der Anteil der Wissenschaftlerinnen auf zehn Prozent. International liegt der Anteil mindestens bei 20 und sogar 30 Prozent.
Hierbei fragt, scheint eine Quotenregelung doch die bessere Lösung zu sein, anstatt auf eine Selbstverpflichtung der Hochschulen zu setzen, die dies nur halbherzig durchführen. Dennoch ist der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner der Ansicht, dass Standards durch Quoten nicht sensibel genug sind für die Belange der verschiedenen Disziplinen, Fakultäten, der Fächer und der Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Man möchte vielmehr die Mitglieder dazu bewegen, sich selbst Ziele zu setzen und sich darum bemühen einen höheren Anteil von Frauen in höheren Karrierestufen zu erreichen. Die Hochschulen sollen sich um die Prozentsätze der Steigerung kümmern und der DFG sammelt die Berichte ein, um die Zielerreichung und ihren Erfolg beobachten zu können.
Am zweiten Juli findet bereits die Mitgliederversammlung statt. Die entsprechenden Unterlagen sind rausgeschickt, so kann es in den Mitgliedseinrichtungen auch schon umfassende Diskussionen geben. Zur nächsten Mitgliederversammlung im Frühjahr 2009 möchte die DFG erste Stellungnahmen der Mitgliedseinrichtungen vorliegen haben, um im Frühjahr 2011 Zwischenberichte und 2013 abschließende Berichte über die Erfolge des forschungsgerichteten Gleichstellungsstandards haben. Auf einer Mitgliederversammlung im Jahr 2013 kann dann darüber diskutiert werden, ob die Standards etwa eine Anpassung nötig haben oder ob weitere Maßnahmen zu diesem Projekt erforderlich sind. Kleiner ist jedoch der Meinung, das schon jetzt eine Vielzahl an Erfolgen erzielt werden konnten.
In den kommenden fünf Jahren wird sich also die Frauenförderung im deutschen Wissenschaftssystem geändert und verbessert haben.








